Licht, Schatten und der Tod des one Gentleman

erstellt am 07.06.2012 08:43:59

Ich habe gut geschlafen. Für meine Verhältnisse sogar recht lange. Das ist gut. Komme total aus meinem Rhythmus raus, bei dem ich jeden Tag irgendwelche Dinge wiederkehrend mache. Nicht so hier. Ich lass es einfach laufen. Keine Zeit, die vorgeschrieben ist. Keine Aufgaben, die erledigt sein müssen. Ich habe an sich nur eine kleine Aufgabe: Runter kommen, nachdenken und Wein trinken. Zwar bin ich noch nicht so weit runter vom Alltag, wie ich gern sein möchte, aber es stimmt sich langsam ein. Mit den anderen beiden Aufgaben, habe ich bisher kein Problem, bis auf, dass der Wein fast alle ist!

Komisches Wetter

Eingestellt hatte ich mich auf Regen und viel Wind. Aber das ganze läuft anders hier. Etwas Sonne, dann wieder einige Wolken und letztlich Weltuntergangs-Wetter. Und wieder von vorn. Wenn die Sonne weg ist, dann sollte man besser eingepackt sein um nicht auszukühlen. Aber ist die Sonne da, dann reicht es schon zum sonnen. Wäre da nicht der Wind, der einen dazu bringt, um das Haus herum zu schleichen und eine ruhige Ecke zu finden. Meist jedoch vergeblich ;) Das Haus hat einen Wintergarten und dieser hat sich schnell zum bevorzugten Aufenthaltsraum gemausert. Auch ich sitze hier gerade, während ich meine Gedanken in die Tastatur kippe. Die Sonne scheint drauf und es ist wunderbar warm. An den Kaffee muss ich mich noch gewöhnen. Die Dosis, die ich sonst zu mir nehme, ist wesentlich stärker und so hinterlässt mein Gemisch aus Milch, Zucker und Kaffee einen plörrigen Eindruck. Dabei darf man sicher nicht vergessen, dass die anderen hier wohl diese Sorte Kaffee so trinkt und es nur so kennen. Herr Gott, gib mir einen starken Café con Leche!

Nun denn … ich hab das Wasser noch nicht wirklich gesehen und es könnte gut mal an der Zeit sein das zu ändern. Ich denke, das werde ich heute einfach mal nach holen. Derweil bin ich noch immer entzückt über das Haus. Es ist bis auf die fehlende Sauna echt super. Mein Zimmer ist herrlich und die Fenster machen ein schönes Licht. Für die Matratzen gibt es Fernbedienungen um die richtige Position zu erreichen. Beine hoch oder lieber runter und selbiges mit dem Rücken. Alles in allem sehr sehr schön. Wobei mir bei dem Wort „Licht“ gleich auch einfällt, dass es in der Hinsicht bereits Verluste gab!

Licht und Schatten

Am Bett stehen jeweils ein Nachttisch und darauf eine kleine Lampe, mit der man ein gemütliches Licht hat, falls man lesen möchte. Da ich das Zimmer allein nutze habe ich die Stecker-Leiste unter dem Bett gleich mal anzapfen wollen, um einen Laptop mit Strom zu versorgen. Das war kein leichtes Unterfangen, denn diese Idee erreichte mich, als ich bereits unter der Decke eingerollt lag. Gut, rüber robben, kopfüber unter das Bett greifen und eeeeeben den Stecker einsetzen. Verdammt, kein Platz mehr frei. Gut, dann muss halt eine Bett-Hebebühne dran glauben. Wozu auch zwei haben, wenn ich hier allein bin? Als ich also den Stecker einen Millimeter weiter zu mir ziehen möchte, verschwindet das Licht von meinem Nachttisch und brettert mit einem deutlichen Krach auf den Fussboden. Die Lampe steht, das Licht ist aber aus! Es ist komisch, kopfüber unter dem Bett zu stecken, umgeben von vergessenen Wollmäusen und … ohne Licht! Okay, kurz überlegen, zu Plan B übergehen, sobald der geschmiedet ist! Sehr gut! Also, erst einmal die Birne austauschen. Dazu aus der anderen Nachttischlampe das Leuchtmittel plündern und gegen die defekte austauschen. Ich habe jetzt also Strom und LICHT! ;)

Jetzt nur noch die Matratze in eine aufrechte Position bringen um auch gut mit dem Laptop sitzen zu können. Die Fernbedienung ist jedoch nicht mehr mein Freund! Ich habe vermutlich die falsche Leitung abgezogen … was mich relativ an nervt. Wusa! Ok … nochmal unters kopfüber unters Bett und den anderen Stecker gegen den abgezogenen austauschen. Wieder ist die Stecker-Leiste nicht wirklich greifbar. Aber ich komme da dran. Habs gleich … Stecker … will … nicht … ab … muss … näher … heran. Hab sie! *BRRAATZ* …meine Nachttischlampe steht also schon wieder auf dem Boden! Leuchtet nicht … nachdem ich umgesteckt habe, kämpfe ich mich wieder hoch und schaue mir die Lampe an. Der Schirm liegt oben, die Lampe grinst mich von da unten einfach an. Ich will‘s wissen- drücke den Schalter noch ein Mal aus und dann wieder an. Es gibt ein lustiges Geräusch und die Lampe scheint nur eben aufzuflackern um den letzten Hauch von Leben von sich zu geben. Es ist dunkel. Aber gut, ich kann jetzt aufrecht sitzen und den Laptop dabei benutzen … *hust*

Der Tod des one Gentleman

Ich glaube, Hugo hat das eingefädelt. Dem hats nicht wirklich gepasst, dass "the one gentleman" mit im Gepäck landete und er nicht bedacht wurde. Aber letztendlich hätte es auch ein Unfall gewesen sein können.

Jedenfalls griff ich nach meinem Kulturbeutel der auf dem Boden stand und wollte mich nur mal wieder anhübschen, so rein für das eigene Ego. Auf halber Höhe jedoch sprang the one gentleman aus der Seitentasche und machte einen Freiköpper in Richtung Bodenfliesen! Es war der letzte Sprung der Flasche und daher verteilte sich ein neuer großer Flacon in 3 Komma 9 millionen Teile aus Glas und Duft auf dem hellen Boden! Gut, ich stand dann da barfuß und musste mir klar machen, das herumspazieren hier nun einer Lotterie gleich kommen würde. Dennoch sollte von da an das Badezimmer seinen ganz eigenen Duft haben ... permanent!

Abschlußbericht

Letztlich war die Woche sehr entspannend und mitunter sogar abwechslungsreich. Allerdings scheine ich mit Sonneruntergängen an der dänischen Westküste nicht sonderlich viel Glück zu haben. Zu gering ist die Ausbeute im Gegensatz zu den Momenten, wo die Sonne wirklich scheint! Jedoch bleibt zu hoffen, dass ich dort irgendwann auch mal Glück haben werde um das zu meiner Zufriedenheit gemacht zu haben.


Mountan Dew ersetzt Wasser und Wein

Dann muss ich zugeben, dass der Wein reichlich geflossen ist. Positiverweise ohne Nebenwirkungen! Tatsächlich habe ich mich eine Woche von Wasser und Wein (20% Wasser, 80% Wein) mit Flüssigkeit versorgt! Auch wenn das komisch klingen mag, so kann ich vermelden, dass es mich nicht in einen alkoholisierten Zombie verwandelt hat. Ich bin sehr tief in mich gegangen und habe nach Antworten gesucht während fünf Flaschen sich entleerten. Das ist zeitweise auch gut gelungen. Ich war nachdenklich und hatte Zeit, dieses anzugehen. Auch hatte ich schöne Dialoge mit einer Frau, die in meinem Kopf herum schwirrt. Es sind scheinbar die einfachen Dinge im Leben, die es besonders für mich machen. ein einfacher kleiner Dialog, der offen und ehrlich ist, vermag wundervolles zu bewirken. Aber das ist sicher nur, was ich gesehen habe!

Und jetzt ist es an der Zeit, heim zu fahren und dem Alltag ein letztes Mal zu begegnen, bevor die letzten Pläne des Monats anlaufen. Ein Sixpack Mounten Dew wird heute zum Weinersatz. Ich muss in die die Sonne und ich muss es bald!