Jetzt ist Wochenende

erstellt am 11.05.2012 01:11:46

Es ist endlich Freitag- ... nein, es ist FREUTAG! Es gilt die letzten Dinge im Büro fertig zu kriegen und dann in ein paar wundervolle Tage zu starten. Es passiert eine ganze Menge und ich merke, dass wenn ich mir das nicht irgendwo aufschreibe, es verschollen bleibt. "War das Mittwoch oder Donnerstag?!" wird zu einer Frage mit 50% Chance. Gut ... ich kann mir das zurecht puzzeln. Aber das dauert länger als das ich glücklich mit der Reaktionszeit meiner selbst wäre. Ich schüttele den Kopf über mich, während ich dabei grinse. Entweder habe ich halt zu viel oder zu wenig im Kopf. Gut, vielleicht dann eher zu viel. :)

Flashback und Parallelen

2. März – wir kriegen uns in die Haare weil wir in einer kleinen Sackgasse sitzen. Wie immer war es nicht unlösbar. Aber es mussten Kompromisse her und die sind schwer zu finden. „Ich kann das so nicht mehr!“ ... „Das macht mich total unglücklich!“ ... Das Telefonat endet für beide total bescheuert und danach vergehen drei Wochen, bis ich mich rühre! Der Frust sitzt tief bei beiden. Ich bemerkte in der Zeit, dass ich ganz komische Dinge wahr nahm. Ich hatte viele Träume aus der Zeit, wo wir unbedarfter waren und uns nicht immer die Stirn boten! Viele Flashbacks, sogar der Abend im Kontraste rauscht über meine Netzhaut. Wärme steigt auf, während ich diese Zeilen schreibe und die Bilder durch den Kopf fliegen. Es war das wichtigste für mich.

Das Jahr davor war es anders! „Ich will nicht mehr so streiten- das nächste Mal ist das zuende!“ Das waren meine Worte. Nüchtern betrachtet hatte ich mir wohl gewünscht, dass wir den Punkt nicht erreichen. Wir sind da aber etwas blöd und natürlich passiert es. Damals war es Ende Januar und ich weiß noch, wie blöd ich mich dabei fühlte, weil ihr Geburtstag nicht weit war und ich mir darüber viele Gedanken gemacht hatte. Aber so war das einfach. Damals wie heute: unbefriedigend.

Und auch die Zeit ist fast dieselbe gewesen. Ich erinnere mich, wie ich mich ende Januar innerlich gefreut hatte und mir sagte: „Keiner hat gesagt, dass das einfach werden wird. Aber wir sind doch noch hier!“. Ein weiteres Mal durchschoss mich der Gedanke, als wir am Abend ihres Geburtstags vollgefressen auf der Couch lagen. Gutes Gefühl! Zwar war der Frust zwischen uns zu dem Zeitpunkt auch spürbar, aber... das Gefühl war gut!

Frust, Eis und Kaffee

Ich hab mich selber gefragt, warum alles das hier aufkeimt und mich zu so vielen Worten und Gedanken anregt. Das wurde ich das letzte Jahr auch gefragt! „Warum kommst Du nach zwei Monaten wieder damit an?! Wie soll ich damit umgehen? Wir haben das nicht hingekriegt- wir sind halt zu verschieden!

Also mein lieber, warum kommt das jetzt wieder hoch? Und glaubst du nun selber endlich daran, dass unterschiedlich zu sein ein Problem sein muss? Den Auslöser hast du am ersten Mai gefunden, ok. Was also steckt dahinter? Ist es anders als damals? Nein, das wage ich zu bezweifeln. Es ist kein Stück anders. Damals wußte ich nur von dem Resultat zu erzählen aber nicht das wieso zu erklären. Lediglich, dass mein Gefühl erst nach der Zeit wieder die Macht hatte klar zu denken.

Ich habe in mir gefunden, dass es der Frust ist, der einen lähmt. Frust macht dich kalt, er friert die Gefühle ein und die Sonne scheint nur blass durch die Wolken! Immer wieder kocht es in einem hoch wie ein Kaffee, an dem Du dir die Zunge verbrennst. Reizschwellen sinken, genau wie die Sinnhaftigkeit von einigen Gedanken und Worten, die dann aufkommen. Es durchströmt einen förmlich!

Aber Eis schmilzt und auch ein heisser Kaffee ist nach einiger Zeit nicht mehr als einfach nur ein kalter Kaffee, den du vielleicht lieber auskippst. Und plötzlich keimt das Gefühl wieder hoch. Meister Yoda erscheint schemenhaft neben mir und schaut mir über die Schulter: „Hüten vor der dunklen Seite, Du dich musst!“. Ich nicke zustimmend.

Es ist wieder einer der Tage, wo Peter für mich singt. Es ist irgendwo im Hintergrund, bin mit meinen Gedanken und Worten beschäftigt. Kenne das Lied nicht. Wie ein Schlag im Nacken erreicht mein Ohr dann folgende Textpassage:

„… Das Spiel ist neu,
Du bist kalt,
und ich betäubt,
mein Herz voll mein Kopf leer,
gestern war es umgekehrt
…“

Ich setze kurz aus und frage mich wieder selbst: Ist das Spiel wirklich neu? Oder merkst du es erst jetzt? Ich tippe auf letzteres.

Nein, was wir gerade tun wird nicht neu sein. Ich habe das Gefühl, dass wir an einander umher schleichen (jeder für sich) und davon noch nicht genug haben. Nicht genug von dem, was einen so lang begleitet hat und sicher mit zu den intensivsten Erfahrungen einreiht, die man bisher machen durfte.

Wir hören nicht, wir schreiben nicht. Und doch gibt es genügend Momente, wo man sich fragt : „Zufall?“ Spielt der Kopf dir einen Streich, und du hast "nur gerade jetzt" das Bedürfnis schweigend zu bleiben bis der andere wieder sich im nichts auflöst? ... Schwachsinn! Das ist das Problem dabei. Ich sehe die Augen nicht. Und ich mag Augen! Sie lügen an sich nicht, und wenn sie es versuchen, dann zeigen sie es Dir. Aber in meinen Augen stehen nicht die Antworten, die ich suche. Da brauche ich wohl die anderen.

Es ist mittlerweile Feierabend geworden! Jetzt sind noch zwei stunden, bis Besuch kommt und die Hütte sich etwas füllt. Das bedeutet, das ich neben dem, dass ich noch Zettel und Krimskrams sortieren sollte, auch eine kleine Pause einlegen könnte, bis es soweit ist. Ich denke, dass an alles gedacht wurde. Vino ist zumindest da! Wasser auch … okay, wunderbar :) Auf dem Weg heim hatte ich schnell noch die Chance, das Dach aufzureissen und einige Sonnenstrahlen zu genießen. Das tat gut. Aber so richtig lecker ist das Wetter noch nicht. Der Wind kann ruhig mal Feierabend machen!

Ich habe gerade keinen genauen Überblick von dem, was heute passiert. Na gut, es wird spaßig werden und ich sehe einige Menschen endlich wieder, die ich viel zu selten sehe. Auch habe ich eben mal überschlagen, dass ich mal wieder die komplette Planung über den Haufen geschmissen habe. Heute relativ ruhig, morgen bei Freunden sitzen und abends weiter. Ich bin zuversichtlich, dass meine Couch mir in Ruhepausen bei Seite stehen wird. Gut so, darauf kann ich mich verlassen. An manchen Tagen rennt die Zeit, während ich an anderen Tagen etwas mehr Zeit für mich habe. Und Sonntag geht's in eine ganz andere Richtung.

Während ich hier sitze und mir meine Gedanken mache, meldet sich mein Bauch und übermittelt mir ein komisches Gefühl. Ich habe gegessen und ich bin mir sicher, dass ich noch genug Reserven habe um nicht vom Fleisch zu fallen. Ich glaube, er hat mich beim überlegen erwischt. Hatte über den Text von Peter nachgedacht. Da ist es wieder "careful what you fish for!". Super …

Was ist eigentlich los?

Fehlt mir etwas? ich werde es mal für mich über überschlagen. Einsam bin ich nicht sonderlich. Das Gefühl davon ist es auch nicht. Es sind Menschen um mich und ich bin gut unterwegs. Der Kurs ist safe und auch der Rest scheint zu laufen. Ich verstehe nicht ganz, was das soll. Klar erkenne ich, was passiert aber das ist doch kein Grund sich komisch zu fühlen und schon gar nicht in dem Umfang!? Möchte mal wissen, ob es mir damit alleine so geht. "Du machst Dich immer noch damit verrückt! … ", kam per Nachricht rein. Vielleicht tue ich das, aber ich erkenne darin, dass ich noch zu viele Dinge nicht geklärt habe und das dieser Mensch für mich nicht nur irgendjemand war, wie einige andere in meiner Vergangenheit.

Ein Wortfetzen fliegt durch meinen Kopf. Kriege den Wortlaut nicht mehr hin, aber der Ton deutete darauf hin, dass ich vermutlich nicht gewußt habe, was ich (an ihr) gehabt habe. Angriff ist derzeit die beste Verteidigung. Schade und doch sollte ich wissen, wie ich das nehmen muss. Irgendwann sagte sie mal, dass wenn sie sauer ist, sie dann schnell Dinge sagt, die sie an sich nicht sagen möchte und auch nicht meint. Ich höre mich antworten "... ich bin mir sicher zu wissen, was (wen) ich hatte. Aber weißt Du es für Dich? ..." Mit Fingern zeigen schockt nicht. Eine Antwort darauf bleibt aus. Aber ich akzeptiere nicht, dass ich allein der Blödmann in diesem Spiel bin. Dieses Spiel spielt man zu zweit! "Du hast gesagt, dass der letzte Urlaub Scheisse war! Das hat mich echt verletzt!" ... "ja, das habe ich gesagt, aber ich habe auch gesagt, lass uns noch mal etwas neues Buchen!" ...kurze Pause ... "... ja, das hast Du". Ich verstehe, dass alles viel leichter ist, wenn man jemanden hat, dem man Schuld geben kann! Aber so ist das nicht gewesen. Das ist die Nummer mit den zwei Auffassungen von dem, was war und was passiert ist. Es so pauschal zu sehen macht mein Urteil über den Urlaub natürlich fatal. Aber ich habe nicht nur gesagt, dass der Urlaub scheisse war. Es gab auch vieles gutes darin und auch was genau scheisse war. Finden tue ich das nicht in den Worten- das fehlt mir bei der Urteilsfindung. Genug jetzt. Sabrina singt dazu den alten RHP Klassiker und ich lausche ihr. Der Refrain ist der Teil der sitzt! "Das hier is' ne Nummer zum runterkommen!"

...!? Ich mein, wir können ja ruhig offen reden!

Das Telefon klingelt. "Bist Du zuhause?" … "klar!" … doch keine Zeit mehr ;) Schnell die letzten Dinge beiseite stellen und ab geht's. Zurück im Jetzt und hier! Heute haben irgendwie alle den Wunsch, früher zu kommen :) Wie gut, dass ich schon durch war mit dem gröbsten. "Hey Keule, wo muss ich hin!?" Die kleine Selbsthilfegruppe hat sich Pizza-für-fremde-Backöfen mitgenommen und wir heizen dem gefrorenem Teil gut ein. Gemütlich hocken wir in der Küche und erzählen uns Geschichten, und was sich daraus ergibt.

"Ich habe irgendwie sieben Kilo runter!" ... ich staune! "Aha, warst Du etwa laufen?", will ich wissen. Er schaut mit fragend an und gibt sich überrascht. "Ich mein, wir können ja ruhig offen reden! Aber ich hab nichts laufen!?" Wir entdecken das Missverständnis und lachen uns kaputt :)

Palim palim! Neue Sprachnachricht auf dem Telefon : "Ding dong, ding dong!" ...Ich schaue vor der Tür und finde niemanden. War das also der erste virtuelle Klingelstreich?! Schon klar, per Sprachnachricht schicken, dass man vor der Tür steht und dann nicht da sein! ;) Ich sehe schon, das läuft hier! Spätestens als sich der Raum vom Duft frisch gebackener Pizzabrötchen füllt, kann es darauf keine andere Antwort mehr geben. Es bimmelt wieder auf dem Telefon: "Zeit für eine kurze Sitzung?" Ich bewege mich aus der Geräuschkulisse und drücke den Kopf für die Videoübertragung. Mein erweitertes Gewissen will schnell einiges abklären und hat gedacht, das wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Ok, die Hütte hat Besuch, aber die können sich drei Minuten ohne mich beschäftigen :) Ich nehme mir halt Zeit für Dinge, die (mir) wichtig sind. Doch jetzt zurück ins Geschehen! Vier Spieler gleichzeitig, gut, dann hat man Zeit sich mal hier und da aufzuhalten :) Bei Twister haut es mich dann um! Ich schaffe es mich nicht rechtzeitig hinzuschmeissen und danach sofort wieder hoch zu kommen und rechts den Kranich zu machen! :) Nein, davon gibt es keine Videos ... :)

Ein gelungener Abend. Ich bin kaputt und freue mich auf die Couch, obgleich ich besser sofort ins Bett gehen könnte. Ach was ... shit happens. Und wer kann schon von sich behaupten, bei "Der Gestiefelte Kater" zu starten und mit "Kate Beckinsale" (die in dem Outfit sicher bessere Chancen bei Twistet hätte) wach zu werden!? ... Ach Scheisse, ich geh doch zu Bett :D