Es regnet

erstellt am 10.05.2012 00:45:33

Regen hat seinen ganz eigenen Duft! Je kälter er ist, umso weniger duftet er. An sich sollte es warm sein und die Sonne müsste Dir auf den Kopf scheinen, aber das ist hier oben ja wie immer wie bei einem Glücksspiel. Ich marschiere los, denn es ist Mittagszeit. Viel Zeit bleibt nicht. Nur schnell etwas zu essen holen und es verhaften; mehr möchte ich nicht.

Die Tropfen finden ihren Weg auf meine Brille und ich schwimme langsam die Straße runter. Der Kopf hat irgendwann heute Nacht fertig gemeldet und sich neue Gedanken mit ins Gepäck genommen. Sie kreisen ein wenig durch meine Synapsen und das schleichende Gift betritt mein Unterbewusstsein. Viel wirres Zeug und ich bemerke das Delta zwischen Verstand und Gefühl. Wer aber füttert diese beiden? Nun, mich stört nicht, dass die beiden im Clinch sind. Viel mehr stört mich, dass es so kam. Jedenfalls sind mein Verstand und das Gefühl derzeit nicht sonderlich gut befreundet.

Der Verstand gibt sich derzeit gnadenlos und hat alles in die Wege geleitet, um die Situation klar zu kontrollieren. Er glaubt zu wissen was los ist und agiert rational wie ein JA-NEIN-Fragenkatalog. Die Stimmen um mich herum nähren ihn. Zwar gibt es keine einstimmige Meinung (welches mich an sich sehr wundert), aber ein zustimmendes Grinsen hier und da bringt er dann doch über die Lippen. Das Grinsen wiederum bleibt nur auf den Lippen, denn die Augen glitzern nicht dabei. Das will das Gefühl nicht! Es steuert dagegen und möchte an liebsten den Weltfrieden anstiften. Komische Extreme! Beide haben Ihren Weg und ihre Idee von dem, wie sie es gern hätten. Aber so kommen sie kaum voran. Und ich bin da mittendrin und merke nur, wer gerade die Oberhand hat.

Irgendwie erinnert mich das an meine Geschichte. Es wirkte letztendlich wie eine Sackgasse. Ich muss für mich immer Klarheit haben- wissen, woran ich bin. Und wenn Du drei Wochen nichts mehr von dem anderen hörst und siehst, dann ist die Lage recht klar: Zwei Dickköpfe machen sich gerade kaputt und sind gefrustet. Aber dieses Mal wollte ich mir nicht nachsagen lassen, dass ich mich nicht interessiert hätte. Klein beigeben sollte aber auch nicht sofort sein. Ich meldete mich zu Wort, und es kam keine Gegenwehr zu meinem Vorschlag. Der Testballon war also einfach nur geplatzt ohne Chance auf irgendeine Rettung. Der Verstand hatte die Regie und sich von seinem Frust leiten lassen. Und als wir fertig waren, meldete Sich mein Gefühl erst wieder.

„Wo kein Weg mehr ist, ist der Beginn des Weges.“ (Manfred Hausmann)


Danke, Manfred! Aber dass der Weg nicht mehr sichtbar war für uns, soweit bin ich mit! Der Rest arbeitet in mir. Ich werde diesen Satz nicht los und wieder lächelt mich mein Gefühl charmlos von der Seite an. „When you are born a lover, then you are born to suffer!“, klang es vorher aus meinem Lautsprecher. Danke, liebes Gefühl, das war seeeehr unterschwellig! ... und jetzt FRESSE!

Die Regentropfen haben es zwischen meine Brille und den Augenbrauen geschafft. Schönes Ding! Sie sind stetig gewesen und haben nicht aufgegeben. In dem Moment höre ich in meinem Kopf die vielen Stimmen und Meinungen (inklusive meiner eigenen), die, wie die endlos viele Regentropfen, vom Himmel rauschen. Sie sind komischer Weise ganz und gar nicht im Einklang. Und das ist das verwunderliche dabei. Sollten nicht alle Menschen in unserem Umkreis leise jubelnd umher laufen und die Klassiker „Andere Mütter haben auch schöne Töchter/Söhne!“ oder „Das konnte ja nicht gut gehen!“ und „ich habe es ja schon immer gewusst!“ bringen?! Ich habe das erwartet, wenn ich ehrlich bin. Aber es klang nicht so, als wenn das nur bei mir nicht einstimmig war! Vielleicht habe ich mich auch verhört. Möglich! Bei mir war es jedoch nicht einstimmig.

Mein Gefühl feiert sich bei dieser Feststellung! Es zeigt, wie ein Hinweis zu einem Sonderangebot, auf den blödesten aller Punkte in dieser Geschichte: Warum sind wir jetzt genau nicht mehr zusammen?! Wie bei den anderen Episoden gibt es darüber keine Eindeutigkeit! Es gibt immer zwei Auffassungen davon und diese sind nicht wirklich identisch, auch wenn beide auf Frust basieren dürften. Bisher musste „Wir haben es einfach nicht hingekriegt!“ als Erklärung reichen. Die Antwort ist unbefriedigend und vom Gefühl her, wie eine ewig lange Frage, die nicht einfach pauschal beantwortet werden kann und ausweichend salopp mit „Nöh!“ beantwortet wird!

„Das macht dann 2 Euro und 5 !“, höre ich die Dame an der Kasse sagen. Ich krame in meiner Geldbörse nach ein paar Münzen und gehe, nachdem der Zaster auf dem Tisch liegt.

Brrr... der Wind macht den Regen kalt! Ich bin mittlerweile wieder zurück im Büro mit meinem Salat und dem Brötchen. Das ist nicht gerade ein Festmahl, aber es dient der Vorbereitung zu den gebuchten Kursen und vor allem dem Wohlbefinden. Meine Wage hat zumindest gesagt, dass die Richtung stimmt! :D Dem will ich mal Glauben schenken. Heute Abend wird dann als Belohnung ein wenig Geflügel aus der Welt-besten Pfanne geben. Ich glaube, ich nutze sie irgendwie immer! Und ich glaube auch, dass ich das gern nochmal jemanden persönlich gesagt hätte, aber ich schätze, diese Gelegenheit bleibt wohl aus. Kratzt etwas an meinem Ego. Ist es bekloppt, wenn ich sage, dass diese Pfanne „geil“ ist oder habe ich deshalb sogar selber eins an der Pfanne? :)

Planänderung

An sich war heute geplant, erst zu kochen, und dann laufen zu gehen. Soeben hat der Plan sich geändert und ich freue mich ein wenig drauf! Passt mir gut. Hoffen wir, dass das Wetter mit spielt, sonst laufe ich halt durch den Regen! Heute laufe ich nicht allein und das ist angenehm. Es hilft mir, mein Tempo richtig zu ballancieren und ich giere schon nach dem Endorphin-Ausstoss. Und ich habe Glück- die Sonne will sich zeigen und alles läuft ... los los los!

Dinner for two

Laufen war klasse. Jetzt fix den Herd anschmeissen. Das Geflügel ist fix gewürzt und die Pilze riechen vielversprechend. Läuft! „Vino?“ ... „Nur ein Glas- ich muss noch fahren.“ ... „ich nicht! :D“ Das Essen scheint zu schmecken. Aber ich habe noch einen Teller für morgen und das ist gut! Hab mir mal gedacht, dass ich MIR gut tun sollte und mich halt mit Sachen bekochen, die nicht gerade meinen ONE-PACK-Bauch fördern :D So fing ich mit dem Fleisch in der Pfanne an. Kann ich nur empfehlen. Verdammt, der Wein schmeckt! Morgen muss ich davon etwas an Vorrat kaufen.

Der Abend plätschert etwas dahin und mein Telefon leuchtet: „Lebst Du noch? Kurzes Lebenszeichen bitte!“ Ich grinse und freue mich, dass sie an mich gedacht hat. Ja, ich lebe noch, aber ich bin gerade nicht so sehr auf das Telefon fixiert- es scheint halbzeit zu sein und ich will mich nicht permanent verrückt machen. Geht mir vermutlich nicht alleine so. Aber das ist nur mein Gefühl, welches sagt, dass es da noch jemanden gibt, der gerade auf dem selben Pfad ist. Wie blöd eigentlich?! Manchmal ist man nicht wirklich erwachsen, befürchte ich. Gut, ich bin für reden, aber dazu gehören auch immer zwei. Keine Ahnung, was da passiert. Verdrängen ist aber so überhaupt keine Option- das fegt einem die Füsse weg früher oder später. Wenn ich an diese Geschichte wieder denke, flasht mich das Zitat aus nem Film: „Das Leben ist, wie Honig von einem Dornenast zu lecken!“. Gott, ist das blödsinnig, was wir angestellt haben?! An sich kann man das keinem erzählen, weil es zu traurig ist!

Oh, cool, es ist wieder spät! :/ Aber der Wein ist auch mittlerweile alle und ich tippe hier vor mich hin. Zeit, sich einige Worte aus dem Tag zusammen zu reimen, damit es hängen bleibt. Fangen wir einfach mit meiner Mum an. Sie kennt alle meine Gedanken und die Geschichte bzw. wie ich die Lage sehe. Für mich war das ganz großes Kino, als sie in etwa sagte: „Ich finde, das ist nicht verrückt. Ich will nur, dass Du mit deiner Entscheidung glücklich bist!“.

Ich muss schlafen. Der Wein zumindest signalisert mir, dass es Zeit wäre. Nagut! ... dann sage ich morgen halt etwas über Sherlock und den bösen Zitaten in diesem Film. Abschließend werde ich hier noch ein wundervolles Zitat vom Stapel lassen, was mich hat grinsen lassen und ein Teil meiner Gedanken spiegelt:

Folge dem, was du in deinem Herzen für richtig hälst- denn du wirst ohnehin irgendeine Kritik ernten.