Breathing - ich atme ein, ich atme aus

erstellt am 26.04.2013 08:37:14

Bevor der April endet und ich in endlosen neuen Geschichten meine Zeit verliere, will ich besser jetzt noch einige meiner Gedanken hier rein kippen und wissen, dass ich es nicht wieder so lange habe schleifen lassen. Es ist halt einfacher sich zu erinnern, solange alles noch frisch ist! Man verliert sonst schnell den Überblick darüber, was alles gewesen ist! Also ... alles noch frisch? Na, ich fühle mich zumindest sehr frisch ;)

Das Leben hat gewaltig an Fahrt aufgenommen und ich rausche von einer Geschichte in die die nächste. Es macht enorm Spaß und ich merke schnell, worüber ich mir KEINE Gedanken machen muss- Das Leben ist einfach und es ist schön!

Kurswechsel: Project Deep Black

Seit einigen Jahren habe ich mit diesem Gedanken schon gearbeitet. Es ging, wie so oft schon, darum, sich selber etwas gutes zu tun, wenn man schon nicht mit Verpflichtungen durch das Leben läuft. So reiften also die Gedanken, das blaue Cabrio gegen etwas anderes auszutauschen, was mehr meine Linie geworden ist.

Das blaue Babe hat mich nie im Stich gelassen und wir sind schon knapp sieben Jahre gemeinsam durch die Welt gecruised. Auch wenn die Gedanken zu einer Familienkutsche (mit Isofix) immer präsenter wurden, so fand das ganze dennoch keine Rechtfertigung daraus letztendlich doch einen entgültigen Plan zu schmieden. Egal und Schnee von gestern. Somit geht die Reise in ein andere Richtung: ein neues Rennpferd sollte es sein- ja, wenn schon, denn schon!

Letztlich wurde es dann konkreter um die Cabrios-sind-im-winter-günstiger-Zeit komplett zu nutzen. Es wurde geguckt, gesucht, gefahren und überlegt :) Bis ich dann eine angemessene Renngazelle auf meinem Bildschirm sah: ... ja, die sah gut aus und auch die Extras innen sprachen für sich und meine Vorstellungen an. Glücklicherweise war da etwas Auswahl und ich beschloss, diese genau zu begucken. Das ganze kostete einiges an Zeit und anhand meiner Überstunden nahm ich mir dann einen Tag frei. Die Route führte irgendwie quer durch das Land und ich war gespannt, was wir vorfinden würden. Vier Kandidaten waren damit im Recall.

Bei dem ersten bin ich dann absolut geflasht gewesen, dass ich nach der Probefahrt schon wußte, dass es dieser werden würde. Jedoch wollte ich abwarten und auch den anderen eine Chance geben.

Nächster Stopp danach war allerdings in Hamburg. Dort stand ein kleines schwarzes Auto, welches ich auch sehen wollte. Kurzerhand quatsche ich dann den Verkäufer an und der suchte dann freundlich die Schlüssel. "Setzen Sie sich einfach mal rein!", schlug er vor. Ich bekam den Schlüssel und öffnete den Wagen. Super gepflegt und total schick! Dann griff meine Hand zum Radio. Wollte hören ... doch die Anzeige meldete nur "LOW BATTERIE!" und blendete geräuschlos wieder aus. "Der steht schon etwas länger, oder?!", flog es mir über die Lippen. "Eh, wieso!?" ... "Der sagt, er hätte keinen Saft mehr :)". Der Verkäufer wurde etwas nervös und probierte das Auto zu starten. Das klappte dann auch und alles war gut! Jedoch war der Wagen stark zugeparkt und stand in der dritten Reihe. Um raus zu kommen, mussten damit einige Autos bewegt werden. "Sagen Sie, wäre es möglich, eine Probefahrt zu machen? Ich bin extra aus Flensburg unterwegs und würde den Wagen gern ein mal Fahren um ein Gefühl zu kriegen!". Wieder mußte der Verkäufer mal eben in sich gehen und überlegen, wie er das möglichen machen würde! Der Wagen hatte zu wenig Sprit um vom Hof zu rollen und die anderen Autos mussten dafür weg. "Ich versuch mal, das zu organisieren! Mögen Sie einen Kaffee im Hauptgebäude nehmen während dessen?". Freundlich und bemüht, da sage ich nicht nein und so wandern wir ins Hauptgebäude und kredenzen, was die Theke her gibt.

Der Spannende Teil passiert dagegen auf dem Parkplatz: Man sieht einen hektisch hin- und herlaufenden Verkäufer über den Parkplatz flitzen. Erst zum Auto, dann zurück, dann wieder hin mit einem Kanister und wieder zurück :) Ich stehe am Fenster und beobachte das Spiel mit einem zufriedenen Grinsen. Jetzt kommt er mit Schlüsseln in der Hand. Danach geht er wieder um darauf mit einem Werkstattmenschen das erste Auto zu untersuchen, welches sich scheinbar nicht starten lässt :) Der wiederum weiß Rat und holt dann das Batterie-Schnell-Ladegerät. Noch immer sind zwei Autos vor dem Wagen, den ich eigentlich gern fahren möchte ;) Kommen wir nun zum sportlichen Finale der Aktion. Und während ich dort am Fenster stehe, höre ich in meinem Kopf die Melodie von Tetris, zu der der bemühte Verkäufer scheinbar wie im Takt die Autos hin und her bewegt. Wunderbar ... ;) Nach etwa 35 Minuten steht das Auto also zur Probefahrt bereit. Und die war angenehm. Der Wagen war also auch für die nächste Runde vorgemerkt.

Nächste Haltestelle Quickborn. Dort sollte eine Renngazelle mit roten Sitzen stehen, und diese wollte ich gern antesten. Gut, man kann sich darüber streiten ob rote Ledersitze nun zu mir passen mögen, dennoch wollte ich offen sein für neue Dinge. Und durch meine Warterei in lernte ich auch, dass man nie zu alt ist! ... naja ... zumindest sollte ich das glauben. Denn als ich da in Hamburg durch das Fenster sah, parkte sich vor mir ein neuer Mercedes SL. Aus dem Wagen stiegen dann zwei Rentner aus, die weit über 70 waren und eher zur Rheuma-und-Wackel-Dackel-Fraktion gehörten. Nicht weiter schlimm, denn ich verstehe ja, dass auch ältere Menschen einen Sportwagen mögen. Jedoch das Outfit der beiden katapultierte sie gewünscht 53 Jahre zurück und wirkte, als hätten sie in einem Jungbrunnen gebadet, den nur sie wahrnehmen konnten. Ich werde einfach die Dame beschreiben, das geht schnell und präzise: Schwarze Leggins, verbreiterer Gürtel der sich als Mini-Rock ausgab und ein Leoparden Halstuch zu der obligatorischen Puck-die-Stubenfliege-ich-sehe-alles-aus-jedem-winkel-Brille. Das ganze Paket rundete ein Satz roter Wildleder Highheels ab, die sicherlich vor 60 Jahren einige Männer zu niederknieen gebracht hätten .... dennoch, ... es ist 2013 und er Lack ist ab! Und ich spreche nicht von dem SL. Aber versuchen kann man es ja mal ;) Daher nehme ich letztendlich die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist :D ... ok, ich ergänze den Satz wie folgt: Es ist nie zu spät um etwas neues zu probieren.

Nun aber zurück zu den roten Ledersitzen. Montiert in einem schwarzen Chassis, rollend auf 19" Alu's mit wundervollen Extras und einem brutalen Preis: ICH WILL DIE KISTE FAHREN! ...aber irgendwie steht die nicht mehr auf dem Hof. Somit starte ich ein Match "Verbal-Tennis" mit dem Verkäufer, der die Bälle kurzerhand zurück spielt. "Ich glaube ... der ist leider schon verkauft!" ...

Den letzten Stopp in Kaltenkirchen hätten wir uns eigentlich schenken können. Das Auto klang gut, hielt aber nicht im Ansatz, was es versprach. Und letztlich ging es danach nur noch heim. Mal eine Nacht drüber schlafen und schauen, welche Optionen wirklich gut wären. Das war gut so, denn Hals über Kopf einfach etwas wild zu kaufen ist sinnfrei.

War eine komische Nacht und am nächsten Morgen blickte ich noch mal auf die Bilder und Daten zurück. Dann nochmal nachgedacht und weiter geplant. Somit standen hektische Tage an. "Wann haben Sie denn Zeit!?" ... "ich könnte morgen bei Ihnen sein!", sichere ich dem Mann am Telefon zu. Das zerfetzte zwar den Plan für den Tag aber ich wollte zumindest versuchen, bis mittags wieder zurück zu sein. Schließlich war ich ja zum Laufen verabredet. "Dann sehen wir uns morgen!", freute sich der Verkäufer. Gut ... und ich hatte damit schon meine nächste Aufgabe gewonnen: Räume das Cabrio auf- es muss viel Geld wert sein bzw. so aussehen ;) (Ich hasse das! ...) Half jedoch alles nichts und ich donnerte mit offenem Dach in die Hansestadt um die letzten Details zu erpokern. Und es wurde gepokert, ... vom feinsten! Letztlich kam ich auf ein gutes Ergebnis und war das Thema somit los. Damit wurde dann die letzte lange Cabrio-Tour eingeläutet. Und dass sollte dann schick werden. Da ich schon spät war, meldete ich kurz zurück, dass Laufen zeitlich nicht machbar sei. "Kein Problem- wir hören später!", schrieb die kleine zurück. Somit hatte ich also etwas mehr Zeit für den Heimweg und besuchte noch ein Geburtstagkind, nachdem ich den Nord-Ostsee-Kanal auf besonders ruhige Art und Weise schwebend überquerte :) Nachricht an meine Mum, während wir in der Luft hingen: "Hab ihn gekauft!".

Der Rest des Tages ging mit breitem Grinsen von der Hand. Abends dann noch mit der kleinen und Tiffy über den Jahrmarkt um letztendlich doch in der Weinstube zu versacken ;D ... Welch ein Tag!

Den folgenden Dienstag ging es dann zu einem weiteren Termin in Ostholstein. Ich wollte das Ding! Es ist schwarz, es ist böse und irgendwie ungewöhnlich geil! "Falls Du für morgen noch eine Beifahrerin brauchst- ... also ich hab frei!", lockte mein Telefon mich noch am Vorabend. "Geht klar- ich hol Dich morgen dann ab." Und auf ging die Reise! Dort angekommen wurde noch ein wenig Papier hin- und hergeschoben, noch gemeinsam ein Kaffee getrunken und danach dann das Dach in den Kofferaum versenkt, bevor diese schwarze böse Rennziege uns entspannt heim bringt! Wie geil war das Wetter, bitte? Viel Zeit hatten wir allerdings nicht, denn es gab noch einen Geburtstag, den wir mitfeiern wollten.


schwebend- die letzte Tour mit dem Golf Cabrio

Bye Bye, Baby!

Den folgenden Donnerstag lieferte ich mein blaues Cabrio in Hamburg ab. War schon komisch. Sprit war exakt abgepasst und reichte gerade für die Hin-Tour. Und der Rückweg lief dann super entspannt. Alle Transaktionen waren gemacht, alles geregelt! Damit durfte das Thema dann endlich ruhen. Konto war geplündert und ich sehr glücklich mit dieser Geschichte!

Auf zum Zoll!


Das Paket aus China

"Paketnummer?", will der große Beamte hinter dem 3cm dickem Schutzglas wissen. "37!", antworte ich. Entspannt und mit der Ruhe eines Chamäleons tippt er einige Sachen in seine Tastatur. Allerdings sieht er nicht wirklich aus wir ein Beamter, der hinter einem Schalter den Dienst schiebt. Bei dem wären ein Sturmgewehr, kugelsichere Weste und Flecktarn glaubwürdiger! So aber steht dieses "Lamm" von einem Zöllnern und bestätigt die Abholung eines Paketes aus China: Die Drone ist da!!! Davon weiß er aber nichts und auch nicht, was ich damit in meinem kleinen Hirn machen möchte. Gedanken sind frei ;) "Ist das Plastik, oder was ist das dann?!", will er wissen. Meine Augen schweifen gelangweilt von dem Stapel Luftgewehre, die auf dem anderen Tisch in seinem Raum liegen und ich bin übereifrig dabei, ihm zu antworten und merke es selber dann viel zu spät: "Es ist ein Poly-Hartschaumgemisch, gehärtet und mit ... ach vergessen Sie es! Es ist Kunststoff!" ... "Kunst ... stoff", tackert er in die Tasten. Etwas später möchte er meine Rechnung dazu sehen und kopiert diese für seine Unterlagen. Derweil bin ich noch immer dabei, mich über mich selber zu amüsieren: "... Poly-Hartschaumgemisch! Tztztz". Nach über 20 Minuten ist es dann soweit: Ich darf das Paket mitnehmen! Juhuu ... nun aber fix zur Arbeit!

Im Büro angekommen, wird das Paket erstmal geplündert! Die Verpacker haben ein kleines Kunstwerk daraus gemacht, so wie es scheint. Der Deckel des Kartons wurde aufgeschnitten und falsch herum wieder draufgeklebt. Dazu noch eine extra Lasche angetape't und fertig war die Verpackung! ... -.- Gut ... ich hab das ganze dann nochmals aufgeschnitten und wieder richtig zusammen geklebt ;) ... In einer ruhigen Minute ist also wieder Basteln und Kleben angesagt, damit Projekt Eagle-Eye abheben kann. Natürlich erst nachdem ich etliche Flugstunden im Simulator und auf dem Flugplatz hinter mich gebracht haben werde. Auf die Videos bin ich jedoch sehr gespannt!

Endlich Urlaub!

Nachdem ich nun also diverse Tripps und Aktionen gefahren habe die Vortage, war es an der Zeit die Tasche mal zu packen. Genau genommen, allerhöchste Zeit! An einem Freitag abend heim zu kommen und noch nicht mal den Koffer rausgewühlt zu haben verspricht sportlich zu werden! Nun, nicht dass mich das beunruhigen würde. Nein, mehr beunruhigt mich, dass es nach 22:00 ist und ich ich derweil scheisse müde bin. Nicht selten ist mir dann einiges egal und ich entscheide mich fürs Bett. Dieses mal jedoch nicht! Der nächste Morgen hat keine Zeit für alternative Pläne und Handlungen: Es muss einfach los gehen. Somit kippe ich meinen Koffer aus und entferne alte Banderolen. Die Essentials sind fix zusammengesucht und verstaut. Da ist nicht viel in dem Koffer und ich wundere mich schon. Allerdings kommt jetzt die Technik dazu. Somit verschwinden in dem Koffer noch zwei Fotogestelle, ein Reflektor und diverses weitere Foto-Zeugs! Auch meine Taucherflossen und eine entsprechende Maske werden verstaut! Letztlich wiege ich die Kiste und komme auf knapp über 20KG! Das ... das ist nicht gut! Kann doch gar nicht sein!? Hmm ... Taucherflossen wiegen 900g ... ;) Hier lassen?! Ach egal, die kommen nun mit! über zehn Jahre habe ich die schon und die Brille ist auch nicht mehr ganz frisch!


Nur etwas Handgepäck

Der Rest wird im obligatorischen Handgepäck verstaut- ist aber nicht wirklich viel *hüstel* Eine Fototasche mit der dicken Nikon, der GoPro, der kompakten Canon und etliche Akku-Packs und Ladegeräten, Blitzauslösern und was der gemeine Fotograf noch alles so in der Not braucht :D Dazu kommt dann noch das Schöne große Stativ mit einem weiteren Gestell und einem dreibein. Dabei reisst leider die Tasche des Stativs etwas ein und ich werde grummelig. Das war nicht nötig! Egal! Was fehlt noch ... ah ja ... Ein gerät zum ablegen der Bilder. Nehme ich das iPad mit? Neh, besser nicht. Lieber den alten Laptop, der auch die letzten acht Reisen gut überstanden hat. Fertig! Sieht schon ein wenig komisch aus. Aber anders geht es einfach nicht :D

Es wird Zeit mal in die Federn zu gucken! Der Tag endet jetzt und hier; Atlantik, ich komme!

Als die Augen wieder auf gehen, greife ich noch benebelt zum Telefon. Alles klar, ich muss hoch und mich fertig machen. Kurz darauf klingelt es an meiner Tür. Da steht jemand mit müden Augen und zusammen beladen wir den Wagen. Nächste Haltestelle: Reisebegleitung! Die ist aber auch schon wach und hat ihren Kram schon seit Tagen bereit;) Kofferraum auf, Gepäck rein, Abfahrt! Wir haben doch keine Zeit :D

Die Fahrt selber verläuft angenehm und mit gemütlichem Smalltalk bringen wir die ersten vielen Kilometer hinter uns. Das Wetter meint es gut mit mir. Es gibt keinen Schnee, der meine Reisegeschwindigkeit senkt. Auch habe ich noch genug Reserven auf der Uhr, dass ich nicht zu spät kommen kann. Kurz gesagt: Läuft gut und wir erreicht den Flughafen im Regen aber mit reichlich Zeit. Kurze Verabschiedung und rein in den Terminal :) Es regnet in Hamburg und ich trage ein breites Lächeln, denn dort wo wir hin wollen, wird eines NICHT geben: REGEN! Verdammt, brauche ich diese Sonnenuntergänge!

Die Schalter sind voll aber wir haben alle Zeit der Welt und schieben uns Schritt für Schritt bis zum Schalter durch. Die wollten nicht mal mehr unsere Tickets sehen. Name und Perso reichte um uns zu kassieren! Fein, damit kommen wir auch schon zum ersten spannenden Moment: Was wiegen die Koffer!? Die Dame an dem Schalter bemerkt unsere Spannung- ein halbes Kilo drüber jeder. Auf dem Hinflug natürlich nicht weiter tragisch! Die Koffer sind wir jedoch schon mal los.

Weiter oben gibt es eine Aussichtsplattform, von wo man einen schönen Einblick in das Geschehen auf dem Rollfeld hat. Palmen und Bänke stehen bereit. Bei Sonne wäre das ein Traum, aber der Regen ... neh, besser nicht! Irgend so ein Mensch neben uns versucht ein Foto zu machen, was so allerdings nicht klappen kann. "Guck mal ... der Fotografiert mal schick die Schatten seiner Kinder gegen das helle graue Licht von draussen!", sprudelt es aus mir heraus. Meine Begleitung hat das schon selber gemerkt und grinst. Sie ist zwar keine Fachfrau in Sachen Fotografie, aber sie lauscht immer gern und aufmerksam- das gefällt natürlich. Letztlich legen wir noch nen Strip in der Schleuse hin und finden uns am Gate ein.

Nerd-Time!

An unserem Gate wurde an die Geeks und Nerds dieser Welt gedacht! Ein kleiner runder Tisch mit Ladestationen für ALLE FORMEN von Geräten lockt selbst die am besten getarnten Freaks unter uns aus ihrem Versteck. Wie Haie, die um einen blutigen Fetzen Fleisch kreisen, wie ein Toon, der dem "Dam-da-da-da-daaaa" nicht widerstehen kann oder wie Motten, die dem Licht willenlos ausgeliefert sind! Und natürlich finde ich meinen Platz hier :) Ich lege die Fototasche auf den Tisch, packe nebenher meine Laptop aus um die Fotos von der Kamera zu ziehen, wären die anderen Kameras, das iPhone und was ich noch so finde mit geladen wird! Ohne Ton verkündet mein Rundum-Blick: "Ok, Jungs, ich komme raus!", fast wie an einem Pokertisch! Ad-hocke Blicke quittieren den Zugang! Wer jetzt denkt, dass ich ein Unikat in der Hinsicht bin, sollte den Gedanken besser verwerfen ... ;) Die "Normalos" um diesen Tisch herum, die sich das ganze anschaut haben, werden sicher mit Unverständnis ihren Spaß gehabt haben :-)

Dennoch ... Mir ggü. sitz ein Kerl mit riesigen Kopfhörern und spielt kopfnickend und hingebungsvoll auf seinem iPad mit einer DJ-Klavier-App und andere nutzen die Gelegenheit, das Telefon, den Laptop und was sonst noch so vorhanden ist, zu laden! Welcome to the show: it's NERD-TIME :D


Ablug

Unser Flieger erreicht dann auch noch das Gate und wir dürfen an Bord. Wie immer gab's Fensterplätze und weil ich mal wieder nicht aufgepasst habe, fliegen wir auf der Schatten-Seite zurück! Gut versorgt mit leckerer vegetarischer Pasta und reichlich Cola verlassen wir das Land um endlich mal in die Sonne zu kommen. Und nachdem der Flieger landet, werden wir für unsere Geduld belohnt. Die Sonne wohnt also derzeit hier unten ;)


Hier hat sich die Sonne also versteckt!

Nach kurzer Bustour sind wir auch schon in unserem kleinen Ort und die Spannung steigt. Hat der Prospekt, die unzähligen Kommentare und Meinungen den richtig Eindruck vermittelt?! Uns egal, denn das Hotel ist für unser Vorhaben optimal! Meerblick, etwas größer als die anderen und Ruhig gelegen. Dass wir das große Zimmer bekommen haben könnte wiederum daran liegen, dass ich die Dame an der Rezeption auf Spanisch voll getextet habe ;) Sie erfreute sich daran und erklärte, was wo und wie liegt, dass es ein besonderes Zimmer ist und dass sie mein spanisch mag! "Vale!" Klasse Sache!

Allgemein war das Hotel sicher nicht HighEnd aber schick gemacht und die Lage regelte den Rest. Dazu aber später sicher mehr.

Auf zum Buffet!

Es wurde gut aufgetischt und wir fanden fix einen Platz. Der erste Abend war die totale Begeisterung. Satt würde man hier immer werden. Frischer Fisch, leckeres Fleisch, Pommes, Reis, Salat-Bar und Dessert! Der Abend war sicher nicht der beste für den Bauch, aber lecker war es :D Viele komische Gesichter um uns herum, aber ich nahm sie nur am Rand wahr, denn das Essen hatte meine Aufmerksamkeit.


"Du bist da! ..." - Der Sonnenuntergang, den ich gesucht habe

Essen ist dabei Team-Work! Gemeinsam bereiteten wir unseren Tisch mit den Essentials vor. Das bedeutete, wenn man einen Tisch erbeutet hatte, dann diesen mit Besteck und Getränken zu dekorieren, damit man alles für das Essen hatte. War total cool, denn dafür war keine Absprache notwendig und beide machen intuitiv alles, was dafür notwendig war. Das ist echt entspannend!

Ich weiß noch, nachdem wir dann den ersten Abend gegessen hatten, gingen wir ein wenig spazieren. Erst runter zum Wasser, schnell den Sonnenuntergang erleben und dann auf Expedition. Und welch ein toller Anblick! In meinem Kopf hörte ich eine zufriedene Stimme: "Du bist da! ...".

Ganz entspannt das ganze- kein Hetze, es war warm, die Stimmung gut und das Gefühl unbeschwert. Wir streunerten dann noch durch die dunklen schmalen Gassen des Ortes, auf der Suche nach einem Absacker. Letztlich kaufte ich kaltes Dosenbier und wir liefen damit zum Hotel zurück :-) Fix raus aus den schicken Klamotten, auf die Couch und schön das schäbige Programm eines deutschen Privatsenders konsumieren :DDD Herr Gott, welch ein Tag! Ich bin dann auch sofort weg geknickt ;))

Ab in die Stadt!

Am nächsten Tag schnappten wir uns den Bus in die Stadt und genossen den Markt an einem extrem sonnigen Tag! Kleine Läden, Restaurants, Klamotten und Souvenirs ... Allerdings spazieren wir erst entlang des Wassers bis zum Hafen und genießen das Wetter. Klasse! Und gut auch, dass wir hier nicht wohnen, denn der Strand ist dürftig und der Hafen einfach zu dicht dran. Es wird Zeit für ein kühles Getränk, als wir wieder am Markt ankommen. Der Kellner sieht dabei wenig begeistert geschweige denn Motiviert aus. Es dauert, bis er zu uns kommt. Prinzipiell ist das aber egal, denn wir sitzen in der Sonne! :) Nach einer weiteren Ewigkeit serviert er dann eine Spezi und ein Tropical! Natürlich bekommen wir den Code für das WLAN noch fix dazu und alles passt ;) Die Sonne und das Bier arbeiten in meinem Kopf und ich genieße es, wie der Springbrunnen, an dem wir parken, umher plätschert und das Leben einfach schön ist! Etwas Zeit bleibt noch, bis wir wieder mit dem Bus zurück fahren. Aber bis dahin ... chillen ;)

Bevor wir in die Stadt fuhren, zog ich mir fix noch den Stadtplan übers Internet. Sowas kann man immer gut dabei haben ;) Denn sonst wandert man mitunter blind durch die Gegend. Im großen und ganzen ist die Stadt ganz nett. Hier ist etwas Leben. Und, sofern notwendig, auch reichlich Nachtleben. Für den Rest reichten uns aber die Supermärkte, die uns an dem Tag mit einer schönen Flasche Artemi versorgten. Gut, da wir nicht warten konnten, haben wir das Teil direkt und mitten in der Stadt geöffnet. "Das Zeug ist super lecker!", stellt meine Begleitung fest und wir lachen uns einen ab, weil wir wie die Penner die Flasche in einer Tüte ansetzen um zu kosten. Egal ... die Stadt ist zu der Zeit wie leer gefegt und wir wollten nur eben probieren. Keine Becher, keine Kekse! Und wenn das unser einziges Vergehen sein soll, dann gut ... :)

An diesem Abend hatten wir keine Lust auf Bier ... nein, der Artemi musste verhaftet werden ;) Nach dem Essen schnell noch mal durch den Ort spazieren und der Sonne Gute-Nacht sagen. In der Lobby fix Mails ab tanken und dann entspannen. Dabei haben wir noch kurz besprochen, was die nächsten Tage passieren sollte und tranken ;)

Burn-Proof und heiße Sachen

Den Strand hatten wir bisher nur zum Spazieren genutzt. Irgendwie war es aber wenig erfüllend nur zu spazieren. Nein, verdammt, die Sonne sollte auch auf die Haut! Und da reichlich Sonne da war, zog es uns an den Strand. "Noch etwas weiter?" ... "Joa!" ... Die eigenst gebauten Steinburgen waren alle bereits bewohnt und man wanderte an unzählige kleine Verstecke vorbei, in denen Brüste, Hintern und Genitalien auf Bräune warteten. Letztlich fanden wir einen wirklich schönen Platz weiter draußen, denn die anderen waren natürlich schon alle vergeben. Nahezu windstill und doch im feinen Sand. Das gefällt und ich für mich lasse mich fallen. Das Öl auf der Haut arbeitet mit der Sonne und von Zeit zu Zeit wird der Braten gewendet;)

Um uns herum schleichen lustige Figuren herum. Ich kann es mir nicht verkneifen und verteile Namen, an die, die uns besonders auffallen;) Da wäre z.B. der Strand-Vorsteher! Er ist wenig amtlich gekleidet- genau genommen hat er gar nichts an. Allerdings steht er auf einer höheren Ecke des Strandes und blickt zu uns! Die Hände auf dem Rücken und so "steht" vorn weg alles hervor !!! ... ER ist definitiv der Strand-Vorsteher, daran kann es keine Zweifel geben.

Davon mal ab ist das hier ein schöner Fleck! Ja, der kleine Ort war wirklich eine gute Wahl. Dennoch bleibt neben der Schwärmerei noch eine Aufgabe für den Tag: Wir brauchen ein Auto! :)

El Coche blanco!

In der Hotel-Lobby suche ich die Anbieter raus und vergleiche die Konditionen. Auch das Hotel möchte uns ein Auto vermitteln. Aber das Angebot ist schlicht und ergreifend scheiße ;) Als ich versuche, mit dem Hotel-Menschen etwas um die Konditionen zu pokern, flüstert er mir zu, dass ich lieber das andere Angebot nehmen soll und die Firma, die das Hotel vermitteln würde, besser aus lasse :) Schweigend grinsen wir uns kurz an und ich bestelle per Internet fix den Wagen bei einer Firma, wo ich weiß, dass alles klappt. Die Firma ist auf den Inseln sehr weit verbreitet und auch die Reservierung ist erstklassig. So bekommen wir also den Wagen am nächsten Tag um 10:00 aus der Stadt und dürfen ihn am Ende des Urlaubs um 23:00 am Hotel abliefern. Sehr geil!

Die Busse fahren etwas ungünstig und wir sind schon kurz nach 8:00 in der Stadt! Für Frühstück und unsere heiß geliebten Café con Leche aus dem Hotel blieb so keine Zeit. Allerdings plündern wir den Supermarkt und erbeuten frisch gebackene Brötchen, die noch warm sind. Dazu ein Getränk und wir kommen klar. Allerdings sind wir noch immer eine Stunde zu früh! Da aber das Office offen ist, versuchen wir unser Glück in der Hoffnung, den Wagen jetzt schon zu bekommen. Die nette dunkelhaarige Dame in dem weißen Hemd ist zwar wenig beeindruckt aber lächelt. "Natürlich, das ist kein Problem!", meint sie. Sie erklärt uns, wo der Wagen steht und was zu beachten wäre. "Hier haben sie noch die CD! In deutsch, richtig?" ... "Was für eine CD ist es denn?", wollen wir wissen. "Nun, unser Unternehmen hat für jede Insel eine CD mit allen Information, Sehenswürdigkeiten Tipps und Wegpunkten in den jeweiligen Sprachen erstellt, die wir unseren Kunden mitgeben. Sie dürfen diese CD behalten! Schauen Sie mal..." Die beigelegte Karte wird auf dem Tisch ausgebreitet. "Sehen Sie die Nummern auf der Karte? Wählen Sie einfach den Titel passend zur Nummer und erfahren Sie, was es dort zu entdecken gibt!" Ich bin etwas von den Socken und erfreue mich, dass ich hier gebucht habe :DDD Allerdings gibt es da noch ein weiteres Sahne-Häubchen. Mit dem Mietvertrag des Wagens bekommen wir einen Eintritt im Zoo frei! Das sind dann geschmeidige €25,- und für mich Oberklasse! Wir bedanken uns und schrubben den kleinen Wagen nach hause. So kriegen wir doch noch unseren Frühstücks-Kaffee ;) Wie geil ist das denn, bitte?

Auf der Suche nach den Höhlen und ein kurzer Tanz auf dem Vulkan

Bewaffnet mit der Karte freuen wir uns auf unser erste Ziel: Die Höhlen. Die Beschreibung klingt gut und das Wetter, welches gerade etwas zugeknöpft ist, spielt für die Höhle keine Rolle. Schön, das unser Ziel unmittelbar um die Ecke ist und wir nicht Ewigkeiten fahren müssen. Schnell findet sich die richtige abfahrt außerhalb des kleinen Ortes und wir gelangen zu dem Parkplatz. Doch leider sind die gerade geschlossen, auf unbestimmte Zeit! Das war ein echt kurzer Ausflug. Andere erleben im selben Moment auch diese Ernüchterung und kreuzen wieder von dannen.

Wir haben aber die Karte dabei und suchen uns einfach ein neues Ziel- sind ja genügend da. Drei Orte weiter gibt es einen Vulkan, auf dem die Ureinwohner ihre Fußabdrücke in Stein geschlagen haben. Der Sprecher der CD verspricht, dass man die ersten Abdrücke schon nach sechs Minuten Fußmarsch erreichen kann. Klingt spannend für uns und wir setzen Kurs auf den Vulkan, der allerdings nicht mehr aktiv ist. Auch hier sind wir nicht allein. Ein Wagen steht schon da und weiter hinten ist ein Motorrad zu sehen. Zeitgleich kommt noch ein weiterer Touri-Bomber an und man grüßt sich mit Lächeln und Kopfnicken: „Yepp, das wollen wir uns auch anschauen!

In dem Wagen sitzen eine komplette Familie, also zwei Erwachsene und zwei Kinder. Sie überholen uns am Fuß des Vulkans, wo wir noch ein zwei Fotos machen und uns über das erste Streifenhörnchen erfreuen, welches munter durch die Landschaft flitzt. Am Parkplatz standen einige Schilder, die wir gekonnt ignorierten und mit Badelatschen einen Vulkan zu besteigen ist sicher nicht die beste Idee, die man haben kann. ABER … wenn die kleine Familie da hoch geht, dann schaffen wir das sicher auch. Weiter oben sind auch noch Menschen zu sehen, welches uns in dem Vorhaben bestätigt- auf geht’s.

Die anderen sind schon recht weit und die, die schon oben zu sehen waren kommen uns entgegen. Und bevor es wirklich spannend wird, höre ich auch schon einen der Männer von da oben rufen: „Can I see your licence, please!?“ Es klingelt in meinem Kopf. Ja, das Schild... da war doch etwas, ...etwas nicht ganz unwichtiges?! Wir drehen schon mal um während ich mir eins feixe. Auf dem Schild stand: „Aufstieg nur mir schriftlicher Genehmigung vom Amt!

Das Spiel kenne ich eigentlich. Aber ich war nur nicht darauf gefasst, fix noch ein Papier für einen halbspannenden Vulkan klar zu machen, wo gemeißelte Füße in den Felsen sind. Das war ein Spontaner Vorbeiflug und wir waren dicht dran :)

Wir sind klar vor den anderen unten. Ich schaue noch fix auf das Motorrad, welches da steht und lese etwas wie „Amt für Natur“ oder so ähnlich. Wer Lesen kann ist klar im Vorteil ;) Das war ein kurzer Tanz auf dem Vulkan, aber wir haben gut über uns selber lachen können.

Ein neues Ziel suchen wir auf der Karte nicht- die Quote war gerade wenig zufriedenstellend. Also fahren wir einfach mal in Richtung Westen. Ich will die Küste erreichen und so folgen wir einem anderen Wagen auf der unbefestigten Straße, die schier endlos erscheint und dem Kleinwagen abverlangt ein Geländewagen zu sein ;) Mit diesen Expeditionen verbringen wir den Tag und enden letztendlich in der Hauptstadt. Zeit für Getränke- ...und siehe da, ein LIDL direkt vor unserer Nase :D Da gibt’s bestimmt auch die guten Energie-Drinks wie bei uns. Noch geiler allerdings als bei uns ist, dass diese in Dosen sind! Ich bin begeistert ;) Läuft!


Streifenhörnchen ohne Ende

Nüffe? … welche Nüffe?

In der Stadt finden wir den lokalen Strand, wo tausende von Streifenhörnchen wohnen. Der Strand selber ist nicht wirklich der Rede wert, aber die Promenade mit den Streifenhörnchen schockt!

Ich hab mit den kleinen Tierchen nicht so die Geduld und sehe bestimmt relativ bedrohlich aus, während ich die Nikon im Anschlag habe um die Jungs auf die Linse zu kriegen. Meine Begleitung hingegen entpuppt sich als Naturtalent in der Hinsicht. Um sie herum kommen die Hörnchen aus ihren Verstecken und hoffen bei Ihr etwas zu erbeuten.

Sie raschelt mit der Erdnuss-Schale und schwupp machen sie die ersten Streifenhörnchen vom Strand, die 3 Meter hohe Steinwand der Promenade hoch und begutachten, was geboten wird. Ich beschäftige die Nikon und versuche davon tolle Aufnahmen zu kriegen. Aber flink sind sie. Als wären sie auf Energie-Drinks, was mich an die entsprechende Szene aus „Ab durch die Hecke“ erinnert.

Irgendwann haben wir genug von dem Streichelzoo und schauen uns weiter die Stadt an. Viele tolle Kreisverkehre, schöne dekorierte Gärten an wichtigen Gebäuden und dann: Nichts! Die Fußgängerzone, die wir ablatschen ist geschlossen, weil SIESTA und für den Rest wird nichts geboten, ... gar nichts! Schließlich fahren wir dann noch in unserer Stadt einkaufen und beenden diesen Ausflug. Yepp, wir haben definitiv die richtig Ecke auf der Insel erwischt!

Night out und Coolness

Aus dem Süden der Insel zurück und etwas geschafft vom Tag befinden wir, dass wir doch gut noch mal in die Stadt könnten um etwas trinken zu gehen. Nichts leichter als das! Das Auto fährt uns wohin wir wollen und so stoppen wir in der Stadt um einen Cocktail zu Kredenzen. Das Kostenlose WLAN läßt uns fix Grüße in die Heimat schicken und die Live-Musik geht gut ins Ohr! Und auch der Cocktail tut gut- Pina Colada sollte ein Grundnahrungsmittel werden :)

Bevor wir dann wieder zurück fahren, schauen wir noch in dem einen Laden vorbei, der so groß geworben hatte. Liegt direkt am Strand und scheint der beste zu sein. Dennoch, als wir da ankommen ist nichts los. Der Laden ist aber schön eingerichtet und wir beschließen zu bleiben … „Was wollen wir haben?-“ … „... ein Bier?“ „Senor, dos tropical por favor!“ Und zack stehen da zwei frisch gezapfte 0,4L Bier auf dem Tresen!

Kurz danach kommt ein weiteres Pärchen in den Laden und parkt neben uns. Sie kommen aus Russland- nirgendwo sonst scheint in einem schummrigen Laden spät nachts die Sonne und es müssen für jede Bewegung Fotos geschossen werden. Kurz gesagt posiert sie sich den Arsch wund mit Ihrer Sonnenbrille im Gesicht und er ist eifrig am Blitzen. Ich bin amüsiert.

Nachdem dann gefühlt 217 Bilder geschossen wurden muss er nun auch mal mit drauf sein. Da die beiden am Ende des Tresens neben uns Stehen, will er sich schick vor dem Seidenstoff positionieren, der den Raum an der Stelle teilt und der Zugang zu einem VIP-Bereich zu sein scheint. Er ist cool und macht den Max vor der Kamera. Zum Abschluß möchte er sich gegen die Seiden-Wand lehnen und gut aussehen damit.

Da aber die "Wand" nur 3mm Stoff ist, die von der Decke hängt, geht er in einem lauten Knall zu Boden und liegt dann hinter dem Stoff. Weg ist der Mann!

Wir versuchen uns zu beherrschen, aber das sah so endgeil aus, als er wie ein nasser Sack zu Boden ging und einfach verschwand! Die Russin macht sich ebenfalls nass vor Lachen! Cool sein hat offensichtlich seinen Preis ;) Wir sind aber gerade nicht soooo cool sondern müde und das Bier tut sein übriges dazu. Beste Zeit, ins Bett zu fallen und den Tag sacken zu lassen!


Night out

Es gab insgesamt sehr viel zu entdecken auf der Insel. Sei es der Süden mit den endlosen Stränden, die schönen Windmühlen und auch der Zoo war erste Sahne! Selten so etwas geiles wie die Greifvogel-Show erlebt. Atemberaubend! Der Süden wäre bestimmt noch einmal eine Reise wert.

Der Urlaub war aber auch so schon ein kleiner Traum. Harmonie, Entspannung und Erholung vom feinsten, so wie es sein sollte. Schön, dass es das auch mal sein durfte. Der einzige Stress kam auf, als uns ein Esel auf der Straße die Vorfahrt nahm und ich den nicht so schnell gesehen hatte, wie glücklicherweise meine Begleitung- aber wen wundert das, nachdem sie Herrin der Streifenhörnchen, Papageien usw. war? :D Mich zumindest nicht. Das Letzte Bier am Flughafen hat uns dann voll einen zwischen die Hörner gezimmert- Tropical ... me gusta! Aber wir hatten es gut! ;)

Back home again!

Es ist kurz nach acht, mein Telefon blitzt mir eine SMS ins Gesicht! „Kommen Sie eingentlich heute?“ … „Ehm, soweit ich weiß, habe ich noch Urlaub heute!“ … „Aber wir haben doch die Kunden im Haus! … ich kläre mal, ob wir sie brauchen!“ … „Ja, ja … bin schon unterwegs!“ So startete ich in den Tag, nach einer kurzen Nacht und Turbo in die neue Woche. Zwei Tage Meeting, dann Brauerei-Besichtigung, kein Wochenende und endlos viele Menschen, die man gesehen haben möchte.

Zurück in Deutschland holen mich SEHR SCHNELL die Dinge ein, die wegen den Geschichten davor liegen geblieben sind. Aber nichts Schlimmes. Die Wochen sind nur knackig voll mit Aktivitäten, dass es so manches Mal etwas Gemecker gibt, weil man keine Zeit hat! Ich denke darüber nach, meine bisherige Einteilung der Wochen zu ändern.

Eröffnung und ein chaotischer Tag

Es ist ein sonniger Samstag und ich habe mich daraufhin sommerlich angezogen. Die helle 501 ist heute mein Freund und sitzt. Unter dem Arm klemmt eine Leuchtreklame, die mir einst viel bedeutete und hart zu bekommen war. Diese soll eine Botschaft und ein symbolisches Geschenk für meine Cola-liebenden Freund sein, der seinen Kleintierbedarfshandel neu eröffnet und dieses unkäufliche Leuchtschield zu schätzen weiss. Dazu brauch ich natürlich noch zwei Flaschen von dem braunen Zeug, welches schon so manchen Captain Morgan als auch Vodka verfeinert hat.

Ich natürlich nicht früh. Gut, aber das liegt auch daran, dass Wochenende ist und ich den Tag entspannt angehen möchte. Direkt vor dem Laden ist für mich ein Parkplatz und ich grinse gemütlich. "Gewinner-Typ" fliegt mir durch den Kopf, denn alle anderen bekannten Fahrzeuge standen hinterm Haus. Und bevor ich das Geschenk aus dem Kofferaum holen kann, kommt mir eine Bekannte entgegen, die ich lange nicht gesprochen habe. Sie hat eingekauft und Ihren Mann zum Friseur geschickt :D Und während wir so plauschen, rennt wieder mal die Zeit."Ich muss mal eben in den Schatten", sagt sie und ich grinse nickend und verständnisvoll, weil sie Angst hat, dass sonst das Fleisch kippt. Aber, und das ist etwas schönes, wir haben wieder mal nett zusammen gesprochen. Das konnten wir aber auch schon immer, egal wie schief die Welt dann gerade war.

Jetzt aber fix zum Wagen, das Geschenk holen und rein in die Bude! Kundschaft streift durch das Geschäft und ich suche den Hausherren, dem ich mit meiner Kleinigkeit beglücken möchte. Der Freut sich: "Geil, meine eigene Coke-Leuchtreklame!" Ich erzähle ihm meine Gedanken und die Geschichte zu dem Schild aus meiner Selbständigkeit und er versteht. "Günni, sollst 'n Sekt haben?!" ... "komm mal klar, Dude, ich hab noch nicht mal etwas gefrühstückt. Ich glaube, ich stürme mal eben den Becker nebenan, damit das nicht schief geht." Beide lachen wir und er wirft mir noch ein "Mach das!" hinterher, als ich Richtung Ausgang schlendere um kurzerhand wieder in dem Hinteren Bereich einen Platz zu suchen, wo Büro ist. Sein Sohn sitzt und zockt ein Spiel am PC und ich geselle mich dazu. Die Laugenstange macht ihren Job und ich bin gestärkt. Eigentlich kann es jetzt los gehen mit dem Sekt. Allerdings bimmelt da auch schon mein Telefon. "Bist Du in der Gegend? Kannst Du einem Kunden etwas Wahre geben? Ich bin in Hamburg!" ... das durchkreuzt etwas meinen Zeitplan und ich knirsche mit den Zähnen: "ich hab mich gerade in helle Klamotten geworfen ... ich bin in 20 Minuten da!".

Pläne sind da um geändert zu werden, richtig? So auch meine ;-) Natürlich hat man wenig Lust, wenn man frisch aus der Dusche kommt, komplett helle Klamotten an hat dann ins schmutzige staubige Lager am anderen Ende der Stadt zu fahren. Allerdings, und das habe auch ich nicht vergessen: Eine Hand wäscht die andere und ein gutes Team besteht aus mindestens zwei Spielern. Team bedeutet NICHT "Toll, ein anderer machts!" sondern, dass man sich auf den anderen verlassen kann.

"Dude, ich muss schon los! Da soll eine halbe Tonne verladen werden." ... "Kommste noch mal wieder?" ... "Ich glaube, das schaffe ich eher nicht, aber ich guck mal." .. "Ok".

Das ganze ist etwas blöd und rolle vom Hof. Hatte mir den Start anders vorgestellt aber nun ja... kann man nicht ändern ;) Schnell den Wagen wechseln, die Schlüssel holen und ab ins Lager. Der Kunde fährt vor und wir haben den gewöhnlichen Smalltalk. Fertig und wieder weg. Das Telefon leuchtet stöhnend auf. Irgendwann fand ich das Standardgeräusch zu DING-DONG und hab es auf etwas passenderes geändert. Seitdem verwirrt das Geräusch andere, die es hören- ... und ich grinse dabei! "Ich bin dann fast fertig!", schreibt die kleine. "Ok, ich melde mich, wenn ich da bin!".

Fix tauschen wir den Wagen, denn wenn die Sonne scheint, soll das auch genutzt werden. Die schwarze böse Rennziege brummt potent auf, als der Motor angeht. Das Dach verschwindet, denn es ist Sommer und wir verschwinden ruhig cruisend in Richtung Wasser. Es ist einer dieser Entspannten Momente, den wir uns gemeinsam und oft geben.

Fliegen gelernt!

Mein Telefon Blitzt auf, und es steht drauf:" wir sind auf dem Platz!" Welch ein verlockender Gedanke, mit dem eigenen Flieger noch ne Runde zu drehen?! Aber das Wetter scheint zwar grauer zu werden, doch müsste man dennoch sehen, dass alles auch klappt mit der Technik, die derzeit das Regal ziert. Der Akku von der Sendeanlage scheint leer zu sein aber ich lade ihn spontan mit fetten Dosis Strom. 1 Ampere ist nicht wenig, aber ich hab keine Zeit für weniger; Vielleicht schaffe ich es rechtzeitig.

Auch soll noch gegrillt werden, und ich überlege das könnte mein Abendessen werden. Also muss ich noch ein wenig Fleisch kaufen damit ich nicht vom eigenen Fleisch falle. Ein paar Würstchen werden sicherlich meine Freunde werden unterwegs. Natürlich erst, nachdem sie auf dem Grill ein wenig geschwitzt haben. Auf die frage ihn, ob ich für einen Flug eine Chance habe, kommt nur schnell zurück:" ...wenn du dich beeilst!?"

Also packe ich schnell meine komplette Anlage und meinen Flieger ein, damit ich los kann. Dort angekommen, begrüße ich die Dame und natürlich auch den Sohnemann, der in seinem Buggy umherblubbert. Die großen Jungs sind schon damit beschäftigt, die Segelflieger mit einem weiteren Modell hoch zu schleppen. Deren Segler wirken bombastisch am Himmel. Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass es sich um normale Segelflugzeuge handelt. Mein kleines Modell hingegen sieht eher danach aus, als würde es ein Spielzeug sein ;-)

Aber es fliegt! Und das tut es ziemlich gut dafür, dass eigentlich nur ein kleines Modell ist, welches von den Wind hin und her geschaukelt. Und vielleicht ist gerade das der Reiz, weil es so schwieriger ist zu fliegen. Man muss viel mehr aufpassen, dass man nicht Kontrolle verliert und dauernd gegensteuern. Bei einem größeren Modell ist das nicht das Problem. Aber ich soll ja lernen, und das kann ich genauso gut auch mit einem kleinen günstigen Flieger. Der tut zumindest nicht weh, wenn er dann einfach das zeitliche segnet. Und wir haben schon einmal Pearl Harbour gespielt! :) "Sag mal, meinst du wir schaffen es noch eine Runde mit der Cessna zu drehen?",frage ich vorsichtig. "Natürlich schaffen wir das. Ich muss aber erst mal nur Runde schleppen". Perfekt!

Nach dem Essen, ist es dann soweit: meine kleine Cessna darf starten! Ich reiche den Sender weiter und nehme die Maschine um sie aus der Hand zu starten. Der Motor geht auf Drehzahl und dabei fliegt uns die Luftschraube um die Ohren! :-) Schnell wird sie wieder angeschraubt und wir versuchen es erneut. Und verdammt: der Vogel fliegt!

Nachdem die Cessna auf Höhe gebracht ist, bekomme ich meinen Sender wieder und darf selber fliegen. Vier wachsame Augen überwachen meinen Flug und sind bereit, jeden Moment, wenn ich die Kontrolle verlieren sollte, wieder einzugreifen. Das beruhigt. Jedoch ist heute nicht Pearl Harbour und ich behalte die Kontrolle. Der Flug gegen den Wind ist leicht und es wird Zeit, eine Schleife zu drehen, damit ich nicht zu weit weg komme. Gas weg und drehen ... Nicht im Sturzflug enden und wieder in den Wind drehen, Nase hoch ziehen und Ruhe bewahren. Meine Fluglehrer begleiten mich mit jegliche Form von Kommentaren: "langsam herum ziehen", "hochziehen", "bisschen weniger Gas", "nicht so viel wackeln", "Nicht zu tief" ...."ich hab sie, ich hab sie ..", antworte ich nach einer wackeligen Kurve.

"Fliegen wir noch einmal über den Platz. Dreh also etwas weiter hinten und komm langsam runter und halte sie ruhig!", schlägt mein Coach mit vor. Ich mag diese Idee, denn es sieht total schön aus, wenn so ein Modell auf Augenhöhe langsam an einem vorbei zieht! Ich weiß nicht, wie oft ich mir das schon mit dem Jet vorgestellt habe, bevor ich voll Schub gebe und ihn wieder n den Himmel katapultiere! Aber, der Jet hängt noch an der Wand und dort bleibt er auch, bis ich die Cessna in jeder Lage kontrolliere.

Heute jedoch habe ich einen guten Tag! Kein Crash, Flug im Regen, Landung und Start geschafft- das muss Bier geben, das nächste mal, wenn ich draußen bin :) Als der erste Akku keinen Saft mehr hat, landen wir den Vogel. Ich ziehe den zweiten Akku aus der Tasche und starte ein letztes mal durch. Cool! Letztlich fängt der Sender dann an, die Warnmeldung zu piepen, die mich daran erinnert, dass so langsam der Saft zu Ende geht. Dem gilt es sich zu beugen und ich setze zur Landung an ... Mit Erfolg :)

"Klappt doch gut!", sind sich meine Trainer einig und ich bin glücklich! Abschließend fliegen noch zwei weitere Modelle und ich schaue mir es mit den anderen an. Bei bei und guter Gesellschaft wird gelacht und gewitzelt, wie oft das aktuelle Modell bereits geflickt wurde und es wird zeit, langsam Heim zu fahren. Ich bedanke mich noch ein mal bei meinen Trainern und fahre glücklich vom Platz.... Mit einem heilen Modell :) Ich bin gespannt, wie das weiter geht, wenn ich mit den großen Modellen los lege ...

Abschluß

Ja, stimmt, es hat wieder lange gedauert mit dem Blog. Ehrlich gesagt ging aber einfach nichts, zeitlich um es besser auf die Reihe zu kriegen. Zeitweise schrieb ich sogar im Urlaub einige Zeilen, denn sonst wäre keine Zeit da gewesen.

Derzeit habe ich schon den nächsten Text in der Pipeline. Er nennt sich "Bestandsaufnahme" und behandelt die aktuelle Situation in meiner kleinen Welt :) Über Dinge, die sind, sein sollten und vermutlich auch Dinge, die ich nicht verstehe. Von den letzteren lasse ich aber mal besser etliches weg. Jetzt atme ich erst mal tief ein, genieße den Moment und atme ruhig aus !

Wir lesen uns!


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