Beginn einer Methamorphose

erstellt am 01.06.2012 11:24:29

Methamorphose - Umwandlung in eine andere Gestalt ♦ aus spätgriech. metamorphoun „umgestalten“, aus spätgriech. meta „nach … hin“ und spätgriech. morphosis „Gestaltung, Bild“, zu spätgriech. morphe „Gestalt“

Es ist Juni. Der erste um genau zu sein und ich weiß, dass ich mir einiges vorgenommen habe. Dieser Monat wird vielleicht alles ändern, und das macht ein komisches Gefühl in meinem Bauch. Alles in mir ist gemischt. Und ich meine alles. Seit dem ersten Mai wurden bei mir einige Karten neu und scheinbar ein Bewußtsein wieder an den Tag gelegt, welches (zumindest angedacht) in die Vergangenheit gehören sollte. Aber das Leben ist keine Doku-Soap und ich bin kein Schauspieler, der bei RTL sinnloses darbietet! Nein, das hier ist leider echt und das wahre Leben.

Von damals bis heute

Wenn Menschen von einander gehen, dann ist es meist so, dass sie das Interesse an einander verloren haben. Es besteht kein Grund mehr, zu sprechen und auch sind alle Dinge geklärt. Zumindest empfinde ich es so für die wenigen Menschen, die ich in meinem Leben an mich heran gelassen habe. Genau genommen sind das bisher vier!

Die erste war ein wenig wie ich. Sie hatte dunkle Haare und es gab nur ein WIR, welches wir fünf Jahre mit einander aushielten. Irgendwann begann in mir der Gedanke zu wachsen, dass es noch mehr geben müsse. Ein Gedanke, der vielen Kerlen mit etwa 23 durch den Kopf geht. Daraufhin beendeten wir, was wir einst an einem Tag im Juli gestartet hatten. Dieser Mensch bleibt wohl immer in meinem Kopf. Ein gutes Beispiel dafür, dass man zwar gehen sollte, aber dann nur mit gutem Grund. Den hatte ich wohl nicht wirklich. Und selbst nachdem ich alles kaputt gemacht, die für einen Partner schlimmsten Dinge getan und ganz tief unten war und sicher keine Hilfe verdient hatte, da war sie einfach da! Sie kam zu mir, hörte was geschehen war und blieb um mich nicht allein zu lassen. Sie war die ganze Nacht wach und hielt mich in dem Arm während ich so Ruhe fand. Das war mehr als Groß! Sie ist ein toller Mensch, heute Verheiratet, Mutter und lebt ihr Leben mit ihrem Mann und deren Haus nicht weit von mir ;) Das Leben spielt einen schon oft einen Streich. Und auch wenn ich den beiden hin und wieder begegne, er mich nicht wirklich mag und einige Erinnerungen hoch kommen, so bekommt sie immer ein freundliches Lächeln und einen Gruß.

Die nächste Frau in meinem Leben war ein gewaltiger Sprung für mich. Wir waren abgefahren, durch geknallt und gingen Risiken ein, die uns mehr als nur den Kopf kosten konnten. Eine spannende Geschichte, aber auch ein harte Nummer! Für uns gab es keine Grenzen. Keine! Hätte man die Story verfilmt, wäre ich vermutlich ein reicher Mann heute. Wir hintergingen Ihren Freund beim ersten wiedersehen, zogen später deren Sohn die ersten drei Jahre groß und letztlich wagten wir den finalen Schritt und wollten zusammen ziehen. Klingt ein wenig nach Happy End, oder? Aber weit gefehlt. Ich habe in der Zeit zu viele Sachen hingenommen, z.B. Ihre Hochzeit mit dem Kerl, deren Hausbau und letztlich konnte der Kleine nicht mein Sohn sein. Das hätte um drei Monate nicht gepasst! Nachdem wir einen Monat in unserer Wohnung wohnten, gingen wir kaputt! Verschiede Gründe spielten hier ein. Sechs Jahre lang hatte ich etwas wie eine kleine Familie, drei Jahre mit Kind. Das war für mich eine Erfahrung fürs Leben. Für meine Mum irgendwie auch :) Sie war endlich Oma! Klingt gut, oder? Allerdings musste ich meiner Mum letztlich zwei Mal erklären, dass sie nicht mehr Oma ist. Das erste Mal war sehr hart. Und das zweite Mal konnte ich ihr das einfach nicht an tun und machte dem Übel klar, dass das wohl IHR Auftrag sei: „DAS … das hast Du verzapft! Nach all dem, was wir geregelt und gedreht haben und aller Liebe- .. DAS machst Du ihr dieses Mal klar! Ich werde ihr dahingehend nie wieder sagen, dass sie nicht mehr Oma ist! …“ Sie verstand. Die beiden mussten nicht viel Reden und in meiner Mum ging etwas kaputt. Ich habe mit dieser Frau so viel erlebt und gemacht. Aber ich will diesen Menschen einfach nicht mehr wieder sehen. Und wenn sie vor mir stehen würde, würde ich sie mir anschauen und meine Abneigung würde sie auszählen.

Die dritte im Bunde war ein Stück weit jünger als ich und das machte mir ein wenig sorgen. Ihre blonden Haare verzauberten mich nachdem ich von Ibiza zurück war und das Oktoberfest eine Woche gerockt hatte! Tat irgendwie gut, machte Mut und ich war verliebt! Wir zogen zusammen und lebten in meiner Wohnung für zwei Jahre. War schön gemeinsam zu leben, auch wenn das seinen Preis hatte. Letztlich wurde sie Opfer ihrer eigenen Probleme und ich hatte nicht mehr die Möglichkeit ihr zu helfen. Ich beendete das und reduzierte mein Leben auf NULL um mein Haus zu bauen. Konnte so eine gewaltige Summe sparen aber das hätte sie nicht geschafft. Und ich hätte sie nicht weiter mit ziehen können. Es musste daher enden.

Heute kann ich mich nicht entscheiden, wie ich über sie denke. Ihre Probleme sind nicht kleiner geworden. Und dass sie mit einem ehemaligen Freund zusammen ist, lässt mich diesen Menschen von der Bedeutung her als nicht weiter nennenswert klassifizieren. Zusammen mit dem Kerl ergibt das jedoch knapp die Bedeutung von einer Einkaufstüte bei einem Einkauf. Im Spielerjargon hätte ich mit neutraler Mimik gesagt: „I LOLed!“. Weitere Worte und Gedanken in diese Richtung sind überflüssig.

Danach gab es eine lange Zeit nichts. Ich hatte nicht die Möglichkeit, mich auf jemanden einzulassen. Da waren Selbständigkeit, kleinere Beziehungen und das Haus natürlich. Viel halbgarer Kram, wobei nicht jede, mit der ich Zeit verbrachte, als halbgarer Kram abzutun wäre. Ja, gut, aber es lief nicht. Somit veränderte ich mich zu jemand, der auf seine Bedürfnisse Rücksicht nahm. Ich traf viele interessante Menschen und fotografierte eifrig vor mich hin. Und dann am 20. August 2009 bekam ich eine Nachricht von der vierten Frau, die mir etwas bedeuten sollte.

Sie hatte mich bei durchklicken von irgendwelchen Bildern gesehen und sich meine Bilder angeschaut. Ich habe nie herausgekriegt, wie sie zu mir gefunden hat, aber letztlich ist das auch egal, denn wir finden zusammen und ganz banale Dinge werden für uns ganz groß!

Eine sehr intensive Beziehung beginnt und ich bin Hals über Kopf verliebt. Es ist nicht vergleichbar mit den anderen, denn hier passiert vieles, was vorher nicht da war. Nicht immer einfach, nicht wie im Märchen aber doch so, dass ich davon nicht lassen kann. Es hat mich und die Geschichte, die der Auslöser für alle meine Worte ist, nimmt ihren Lauf.

Wer jetzt erwartet, dass ich übelst hier über sie herziehen möchte, wird enttäuscht werden. Zwar ist nicht alles ein Zuckerschlecken gewesen, aber es war auch nicht alles schlecht! Wenn alles so schlecht gewesen wäre, dann hätte ich kaum so viele Gedanken parat.

Es kann auch keine kurze Zusammenfassung geben, wie bei den anderen Damen. Lediglich sei gesagt, dass ich kaum von intensiveren Beziehungskisten reden kann. Vielleicht ist es das, was mich daran so bindet. Und vielleicht suche ich deshalb Antworten in meinem Kopf.

Zweiter Juni

Heute geht’s los … weiter und weg. Aber nicht weit weg. Eine Woche Sommerhaus in Dänemark steht an und ich werde ganz viele Dinge nicht tun, die sonst meinen Tag bestimmen. Meine Planung läuft wie immer. Ich hab noch keine Idee, wann es los geht, wohin ich soll und gepackt ist auch nichts. Aber … normal! Noch zum wachwerden mal ein paar Aliens aus dem System pusten und dabei den Kaffee genießen.

Irgendwie ist es aber sonst sehr ruhig. Das ist ok für mich. Der Kopf ist voll und ich flute die Hütte mit Craig Armstrong. Das ist etwas gewagt, weil es ruhig und melancholisch ist. Aber ich mag das. Lassen wir es laufen.

Mittlerweile habe ich wohl zwei Anrufe auf meinem Telefon verpasst. „Hallo Mobilbox- … Kaffee?“ Ich rufe zurück und melde „geht los!“. Und auch weiss ich dann, wann es heute los gehen soll. Noch immer nichts gepackt … egal … erstmal Kaffee mit meinem Kumpel. Schick.

Eine Stunde vor geplanter Abreise lege ich dann letztendlich los. Da muss ich noch nen Laptop klar kriegen und alles Notwendige einpacken. Kurzer Check nachdem alles auf dem Küchentisch liegt:

Sieht gut aus. Kann quasi los gehen. Ach nee, das andere Gedöns fehlt noch. Bettzeug, Klamotten, Badezimmer-Essentials. Ich werfe die Sachen fix zusammen und fange an das silberne Pferd zu beladen. Hätte auch umdisponieren können, aber ich denke, das wird wohl die beste Wahl sein.

Abfahrt. Noch fix tanken, etwas totes Tier in den Schlund werfen und Wein kaufen. Drei Flaschen reichen? Ja, das wird wohl reichen, hoffe ich.

Bye bye, Deutschland!

Die Fahrt ist entspannend irgendwie. Auch das sonst gierige silberne Pferd wirkt entspannt und verlangt nur sehr wenig Oktan heute. Schön. Aber offen geht’s dann doch nicht. Es ist recht pustig und der Regen haut oft mal durch. Auf den letzten 30 Kilometern kann ich nicht anders: Das Dach muss weg! Es gibt nur wenig, was mir so gut tut. Aber ohne Dach zu cruisen ist für mich Lebensqualität. Und ganz nebenher grübelt mein Kopf.


Cruisen mit dem silbernen Pferd

Paradoxum - oder alles ist grün!

Es ist so, als hätte man eine Kassendifferenz. Etwas stimmt nicht, will sich nicht auflösen lassen oder liefert die Gewissheit von einem definitiven „vielleicht“.

Ich denke darüber nach, warum ich meinen Kopf nicht auf die Reihe kriege und wie wir derzeit mit einander umgehen. Es ist paradox! Wir haben unsere Geschichte erwachsen beendet und waren dabei sogar emotional. Keine Gewinner erkennbar! Etwas Abstand gehabt und dann doch wieder einander über den Weg gelaufen, was natürlich absehbar ist. Aber dass wir so reagieren war nicht wirklich so absehbar. Sollte nicht alles danach einfacher oder gar besser werden? Sicher, theoretisch ist das möglich. Aber irgendwas ist es so noch nicht korrekt.

Wenn wir neuerdings reden, dann ist das für mein Empfinden sehr offen. Es ist nicht schlimm oder böse. Es ist eher … angenehm? …emotional? … tut gut? Es animiert mich einige Dinge zu tun, die ich sonst besser lassen würde. Aber es fühlt sich so an, als wäre das gut. Noch nicht einmal um alles neu aufzurollen. Nein, nur weil es scheinbar sich anfühlt, als wäre das so richtig!

Der Gedanke gefällt scheinbar beiden, nur sind wir halt nicht zusammen und damit scheitern diese Dinge. Die Gedanken jedoch bleiben.

Sollten solche Dinge nicht an sich im Keim ersticken? Wieso teilen wir einander so mit? Ich kann diese Gleichung nicht lösen. Immerzu finden sich Gegenstände, die an Situationen und den anderen Erinnern. Es ist verhext. Das Ganze ist ein wenig beklemmend. In mir formen sich Gedanken, die mir etwas Angst machen. Und auch der Umgang mit einander wirkt neu. Die letzten Monate waren wir eher kalt, kaum so offen wie heute und schnell auf Konfrontation. Was hat uns so sehr gefrustet, dass wir da gelandet sind? Und nun ist der Frust weg- … scheinbar! Was sich daraus ergibt ist unbeschreiblich schön. Es ist offensichtlich grün, doch keiner Fährt!

Ein Hauch von Luxus


Ein Hauch von Luxus

Als ich ankomme staune ich nicht schlecht. Ich hatte mir das Haus schon im Netz angeschaut und alles begutachtet aber wenn man drin ist, sieht die Welt ganz anders aus! Es ist der Oberhammer! Ich kann für mich nicht inne halten und vermelde kurzerhand „Das müsste mein Haus sein!“. Jedes Zimmer hat einen kleinen Flatscreen an der Wand, Radios mit iPod-Anschlüssen in Bad und Wohnstube und auch liegt aus irgendeinem Grund unter dem Fernseher eine Festplatte!? Das werde ich mir später genauer anschauen müssen. Aber nun wird erst mal nachtechnisiert. Set-Top Box, Spielfilme, Ladestationen, Laptops … installiert … fertig! Jetzt ist das Haus komplett. Drei Minuten vorher war bereits das WLAN eingebunden und ich sitze auf einer synchronen 6Mbit Leitung!? Bitte, was ist das für eine geile Hütte?

Es wird Zeit, den ersten Wein einzuschenken- das muss jetzt sein, weil leider geil! Ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt über diese Location weiter auslassen. Jetzt ist aber erstmal Familie dran. Das wird eine ruhige Woche ... hoffentlich nicht zu ruhig.


Eine ruhige Woche mit Vino!