Abfahrt!

erstellt am 25.05.2012 08:33:38

... nein nein ... das kam noch nicht richtig rüber. Ich versuche es nochmal :

ABFAAAAAHHHHRT!

Schon besser. Die Sonne brettert an diesem Freitag so schön von da oben runter und ähnlich schallt es aus den Lautsprechern. Der gute Party Rock Anthem sorgt dafür, dass sich die gute Laune eifrig vermehrt und ich denke mir: Verdammt, warum kann man mit einer Sonnenbrille im Büro vor dem Monitor so scheisse sehen?! Uncool! Ich muss hier raus! ;)

Für kurze Zeit koche ich über vor guter Laune! Mir jetzt zu begegnen könnte sich als Kafkaeskes Erlebnis erweisen, auf das man gar nicht klar kommt. So viel gute Laune neigt dazu andere zu erschlagen. Naja, halt noch besser: sie erledigen das selber, weil sie vielleicht selber nicht einen guten Tag haben. Ich werde das mal voreilig als Kollateralschaden abtun und den Moment genießen. Und richtig: das war jetzt egoistisch ;)

Next Stop: Mittagspause

"12:30 an den Strand?" ... "Hört sich gut an :-) freu mich :D" kommt zurück und leuchtet auf meinem Display. Läuft! Mal wieder! Bis dahin muss ich aber noch den Scheiss auf meinem Monitor erledigt haben. Besser ich schreibe später weiter, denn meine Frühstückspause ist zuende.

Bitte tanken!

Höchste Zeit etwas zu essen. Meine Körper meldet "Kalorien-Reserve" und ich merke, dass ich das besser ändere, bevor er auch seinen Plan B präsentiert. Wenn ich eisern bin, dann ist er das Ende der Fahnenstange! Ich beuge mich dem und besorge mir Fingerfood für den Strand. Das passt also und der Strand wird angesteuert. Herrliches Wetter, kaum Wind und ein guter Platz findet sich, wo man die Mittagspause abchillen kann. Leute baden, manche sollte sich besser anziehen und ich finde, die Zeit rennt zu schnell. Mein Telefon bimmelt und singt mir komische Lieder. Aber ich esse gerade und was ist so wichtig, dass es mich in der Sonne zwingen sollte, in meiner Hose herum zu wühlen um den Glasbaustein von einem Telefon zu begutachten!? Ich werde es mir später ansehen.

Verwunderung

Ich staune nicht schlecht, als ich auf meinem Display den Namen der Frau finde, die meinen Kopf in Atem hält und sicherlich dafür verantwortlich ist, dass ich mir alles von der Seele schreibe. Meine Mittagspausenbegleitung und ich setzen uns ins Auto während mein Kopf arbeitet wie bei der Planung eines Militärschlags. Ich merke, was gerade passiert und checke mich selber noch einmal ... nein ... alles gut! Nachdem ich das Band abgehört habe, rufe ich zurück. Fände es affig, einfach eine SMS zu schicken, mit der man eher kaum kommunizieren kann. Nein, das Telefon ist mir in der Hinsicht lieber auch wenn das letzte Telefonat mich eher verletzt hat und ich mich danach sortieren musste. Ich checke mich noch ein mal- noch immer ist alles ok.

Internet geht nicht mehr

Sie wollte wissen, ob ich das Passwort ggf. für sie hätte, damit ihre beiden Freunde das wieder herrichten könnten! Nicht ungewöhnlich an sich. Ich weiß, warum das so passieren kann. "Du, ich rufe Dich gleich einfach noch ein mal an, wenn ich im Büro bin!".

Am Telefon versuchen wir, das ganze mal zu blicken, damit ich weiss, was da los ist. Aber so richtig weit kommen wir nicht. "Kennst Du vielleicht einen Fachmann in Flensburg, der das ggf gegen Bezahlung machen kann?" ... "Nein, denn kenne ich nicht. Aber Du kannst mich ja einfach mal fragen!" ... "Ich weiss nicht, ob das so gut ist!?". Jedoch werden wir uns einig und ich schaue mir das nach Feierabend an.

Es ist ein wenig komisch, die Strecke zu fahren. Hab ich eine Weile nicht gemacht und doch ist der Weg so vertraut. Anders als von mir selbst erwartet bin ich noch sehr ruhig, nicht aufgeregt oder nervös. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass es vorher anders war. Oder anders: letztes Jahr hätten mein Hände gezittert, der Puls hätte 400 Schläge pro Minute mehr gemacht und die Augen würden mit den Gedanken synchron flackern als wenn man einem Eichhörnchen 500ml RedBull eingetrichtert hätte. Ungewissheit, Aufregung … aber heute bin ich ruhig.

Keine Ahnung, was mich erwartet, aber ich sage mir einfach, dass ich nur das Internet wieder zum Laufen kriege. Dazu bin ich ja her gekommen. „Komm rein, … Ich habe leider wieder nicht aufgeräumt!“, sagt sie sanft noch bevor mein erster Fuß die Türschwelle passiert hat. Warum sagt sie das? Ich fahre hier nicht her um mit Fingern auf Dinge zu zeigen, wo ich nichts mehr sagen habe, oder jemals hatte. Dennoch schmunzle ich innerlich und denke: „Du bist und bleibst ein kleiner Töffel! :)“ Aber das ist dabei gar nicht als böse zu sehen, denn ich kenne sie und ich denke zu wissen, wie sie tickt. Der Töffel ist trotzdem und mit einem Lächeln in den Augen. Somit beantworte ich mir meine Frage halt eben selber und merke, dass sie sich gut an Dinge erinnert, die ich einst gesagt habe. Im Kaffesatz ist zu lesen: „sie weiß es, sie sagt es und du merkst es! Scheint also nicht unwichtig zu sein!

Auf dem Boden neben dem Router ist bereits der Laptop aufgebaut. Alles ist so, wie es ihre beiden Freunde quasi zurückgelassen haben. „Darf ich?“, frage ich vorsichtig, als ich mir den Laptop greife. Früher hätte ich einfach gemacht und nicht erst fragen müssen. Heute sehe ich es anders. Besser fragen. Ich darf! „Brauchst Du das Papier?“ … „Ja, das wäre gut!“ Nach etwa zehn Minuten ist die Verbindung zum Internet wieder hergerichtet und auch das WLAN wieder gesichert, alles umgesteckt und wieder auf normal. Kinderspiel … eigentlich. Aber ich habe das ganze immer eingerichtet und kenne die Geräte. Das ist Standard, genau wie der Fernseher, Garagentore und etliche andere Geräte sicherlich meine Spielwiese sind/waren.

Magst Du etwas trinken?“ … „gern, hast Du etwas Eis-Kaltes?“ Hat sie nicht, aber sie hat etwas Kühles. Es steht ein Malzbier vor mir. Ich mag das! Aber das weiß sie. Ich fühle mich ein wenig gebauchpinselt und bemerke, dass ich es genieße. „Ja, war Zufall mit dem Malzbier! Ein Kollege war da und hat meine Aktenschränke aufgebaut. Und weil ich nicht wusste, was er trinken mag, hab ich ein paar Flaschen Bier mitgenommen.“ Scheinbar trinken noch mehr Menschen außer mir dieses Bier :)

Ich suche mir den felligen grauen Kater, während sie von sich erzählt, was sie die letzte Zeit so gemacht hat. Hab „Plüschi“ ein wenig vermisst und nutze die Gelegenheit, ihn mit kleinen Streicheleinheiten zu begrüßen. Ich hab nicht so den großen Draht zu Tieren, aber ich habe gelernt, mit Ihnen umzugehen, … zumindest glaube ich das. Wir haben halt einiges gemeinsam erlebt in der langen Zeit und da gehörten Tiere einfach dazu.


Plüschi- der König der Karton-Katzen!

Der Balkon ist offen und die Sonne brettert rein. Plüschi hat sich in ein Laken eingerollt. Er tatzt auf der Stelle und fängt leise an zu schnurren, als er mich scheinbar erkennt. „Schön Dich zu sehen, Fellbeutel“, denke ich und freue mich. Ein Mensch wie ich ist oft darauf fixiert, eine Sache, oder den perfekten Gegenstand für sich zu ergattern. Ich will halt nicht alles oder einige. Nein, ich habe immer eine genaue Vorstellung von dem, was ich will und mir gefällt. Plüschi ist weder eine Sache noch ein Gegenstand. Er ist ein felliger Kater und ich habe bemerkt, dass er DER Kater unter den Katzen ist, der mein Maß der Dinge darstellt: Er ist perfekt!

Wir wurden mit der Zeit immer bessere „Freunde“ und ich versuchte mich daran, mit Katzen umzugehen. Zusammen schafften wir es, Plüschi etwas aufzulockern und mit Nähe und Aufmerksamkeit zu begegnen. Das ging gut und er zeigte uns, dass es ihm damit gut ging.

Wenn ich morgens aufgestanden bin und in die Wohnstube trat oder wir vom Einkaufen kamen, breitete er sich irgendwo in der Nähe aus und machte sich so lang, wie er nur konnte. Strecken und zufrieden gucken. Das war neu. Ich habe es für mich so verstanden, dass er sich wohl fühlte. Und das lag nicht nur an seinem Karton-Fetisch, den wir bei mir gut ausgelebt hatten. Auch er hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, in welchem Karton er gerade am liebsten lag!

Alles das schießt in meinem Kopf umher, während sie weiter erzählt. Ich höre was sie sagt, und der Kopf hat Kino! Ich hab zwar einen Energiedrink gehabt heute, aber ich dachte nicht, dass ich doch zu dem oben beschriebenen Eichhörnchen werde. Aber just so fühle ich mich.

Ich lausche ihr aufmerksam, obgleich der Kater mich noch immer fesselt. Dabei sitze ich in dem Türrahmen zum Balkon. Ich denke, sie hat gemerkt, wie sehr ich dieses Fellmonster noch immer mag und hockt sich auf dem Teppich dazu, während wir weiter plaudern. „Vielleicht hätte er es doch bei Dir besser gehabt!“, bemerkt sie plötzlich. Meine Mundwinkel wandern etwas nach oben und ich behalte diese Vorstellung kurz in meinem Kopf.

Auch wenn man das von uns beiden nicht glauben mag, nachdem wir hier gestrandet sind, so herrscht eine merkliche Harmonie. Sie ist bemüht offen zu reden und gibt sehr viel von sich preis. Verdammt, sie weiß, dass ich diese offenen Gespräche so schätze. Aber sie setzt noch einen drauf von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich das hören würde.

Es tut mir leid, dass ich am Telefon das letzte Mal so ätzend war! Das tat mir danach selber leid.

Ich muss schlucken. Ich weiß nicht, ob das zu sehen ist, aber das haut mich ein wenig von den Füßen. Sie ist zwar grundsätzlich kein böser Mensch, handelt aber oft recht impulsiv und zögert nicht, zu einem vernichtenden Schlag auszuholen, obgleich das vielleicht nicht der beste Weg ist um auf eine Situation zu reagieren. Und nun sie springt gerade über ihren Schatten und bekennt sich! Hinter mir taucht in meinem geistigen Augen ein Philosoph auf und hebt den Zeigefinger belehrend: „Schön ist, wer seine Fehler zugeben kann und sich nicht zu schade ist, sich für diese zu entschuldigen!“ Keine Frage, wer in diesem Moment schön ist!

Wenn mein Kopf eben schnell war, dann legt er jetzt noch einen Zahn zu! So viele Worte, die in mir umher fliegen, wüten wie eine Windhose durch meinen Kopf. Das Protokoll gerät außer Kontrolle. Es ist nicht allein die Tatsache, dass sie sich entschuldigt und es begründet, warum das passiert ist. Dieses sollte für uns alle normal sein, auch wenn die Realität anders aussieht. Für mich ist es aber alleine, dass sie diese Offenheit an den Tag legt, bei der ich weiß, dass es ihr nicht leicht fällt. Es erinnert sehr stark an unseren ersten Teil der Geschichte (Drei Mal zusammen und auseinander, ich spreche von dem ersten Mal). Damals zögerte sie auch nicht damit, offen mit ihren Schwächen umzugehen. Eine ihrer Stärken damals, die mit Herzlichkeit gewürzt mich so weit brachten, dass ich psychosomatische Symptome am eigenen Leibe erfahren durfte, als wir irgendwann mal in einer Sackgasse landeten. Damals war es mir nicht klar, was wohl der Grund sein könnte. Heute bin ich etwas weiter in der Hinsicht und nehme das als Beweis für meine Bindung und sicher auch dafür, dass ich mich selber immer wieder sagen höre: „Careful what you fish for!“ Eines ist mir in diesem Moment klar: sie kann es noch und nicht alles ist so verändert, wie sie es vor einem Jahr bezeichnet hatte.

Plüschi fremdelt schnell, wenn man ihn nicht dauernd weiter auf dem Arm nimmt und durch streichelt. Dennoch möchte ich einen Versuch wagen um zu sehen, ob er noch weiß, wie das ging. Als ich ihn greife ist er nicht ganz abgeneigt, das über sich ergehen zu lassen. Jedoch hält diese Bereitschaft nur kurz an und ich lasse ihn wieder laufen, bevor seine Krallen sich noch tiefer in meinen Bauch bohren. Danach schleicht er aber doch neugierig um mich herum und kann sogar wie früher auf den Hinterpfoten stehen, um sich eine Ladung Malzpaste von meinem Finger zu holen.

Es ist eine komische Stimmung, vielleicht auch weil ich nur Gast bin. Beide sitzen wir am jeweils äußersten Ende der Couch und reden. Einzig der Lärm der Heckenschere eine Etage tiefer trübt den Moment. Wir üben uns in Distanz. Keiner übt einen Druck oder Gegenwind aus. Nein, viel besser: wir lachen!

Ich hab Dir ein Eis mitgenommen, als ich losgefahren bin!“. Sie ist immer noch sehr aufmerksam und einen kurzen Moment später hab ich eine Magnum in der Hand. Die Heckenschere will noch keine Ruhe geben und wir machen die Balkontür zu. Das wiederum passt Plüschi nicht wirklich- zumindest murrt er etwas als er sich den obersten Plateau des Kratzbaumes ausbreitet. Beide lachen wir etwas, wenn auch vorsichtig und die Zeit rennt im Flug davon. So langsam ist alles irgendwie erzählt und doch sitzen wir und harren aus. Rational ist das nicht wirklich, oder?!

Gemeinsame Fotos

Sie erzählt, dass sie erst gerade einige Fotos von der Kamera geholt hat. Fotos sind für uns beide immer in diesen Momenten etwas schwer. Sie reissen Gedanken auf, wo wir gemeinsam waren und für uns Dinge erlebt haben. Und ich weiß, dass auch sie sich damit schwer tut. Wieder staune ich. Sie blättert herum und zeigt mir Bilder, die ich noch nicht gesehen habe. Silvester bei dem Pärchen z.B.! Letztlich sind da mehrere Bilder auf denen wir gemeinsam drauf sind und uns drücken. Sie zeigt sie mir alle. Keine Ausnahme. Hat sie sich etwa Gedanken gemacht?! Oder möchte sie nur, dass ich diese auch sehe? Was passiert hier? Wieso geht das? Entweder hat es keine Bedeutung wie für mich oder man müsste glauben, dass sie auch hier über ihren Schatten springt um mir diese Bilder zu offenbaren. Ich bin verwirrt.

Wo sind wir heute?!

Das ist pure Ironie, wenn man das so überlegt. Heute sind WIR nicht mehr! Das klingt im ersten Moment harsch. Aber ohne eine genaue Antwort für das WARUM zu haben, ist das dennoch so. Und jetzt sitzen wir hier auf der Couch und verhalten uns wie Teenies! Warum? Weil es uns scheinbar noch immer wichtig ist, dem anderen zu gefallen. Wir sind nicht mehr, wer wir waren. Nein, das ist ja der springende Punkt dabei. Wir haben uns verändert. Jeder in unterschiedliche Richtungen. Aber doch orientieren wir uns an einander. Das wird an so vielen Dingen an dem Tag für mich klar. Es passieren zu viele Dinge unabhängig von einander wo man sagen könnte: "Zufall?". Und so langsam ist die Schublade mit der Aufschrift "Zufall" mehr als alle. Wie kommt es, dass wir uns, ohne von dem anderen zu wissen, z.B. die selbe Zahnbürste gekauft haben. Gut, die Farbe war anders, aber immerhin Hersteller und Gerät stimmen überein. Banal- ... aber dennoch unterstreicht es mit den anderen Zufällen, dass hier etwas nach dem selben Muster passiert.

Ich bin ein Teil von Ihr, denn ich habe mich in Ihre Richtung bewegt und einiges abgelegt, was vorher nicht so schick war. Ich habe quasi gelernt, mich verbessert, optimiert etc. Sie auch ... zumindest merkt man das jetzt. Wir sind zwar in einigen Ansichten sehr verschieden und doch machen/wollen wir das selbe. Genau so ist sie auch ein Teil von mir! Unsere Art Dinge zu tun ist in mancher Hinsicht auf einander abgestimmt. Und ich glaube, das geht uns beiden gerade auf. Zwar klaffen andere Ecken sicherlich wenn man Vergleiche aufstellen möchte aber es muss ja auch nicht alles identisch sein. Für mich ist diese Erkenntnis jedoch neu. Bisher maximal ein Gefühl oder eine Vermutung gewesen. Doch jetzt sehe ich es klar.

Es wird Zeit ...

ich hab noch eine letzte Pfütze Malzbier in der Flasche und die mache langsam leer. Sie beobachtet mich genau :) Ich habe ihre volle Aufmerksamkeit. Das finde ich gut. "Du musst das nicht austrinken, wenn Du nicht magst!" ermöglicht sie vorsichtig. Ich reagiere darauf allerdings nicht. Die Flasche wird leer getrunken! Mission erfüllt. Sie hat wieder Internet. Drei Mal hat sie mir gesagt, dass sie es erstaunlich findet, dass ich das so schnell regeln konnte, wenn die anderen es doch nicht schafften!? Ich antwortete bei dem ersten Mal mit anderen Gedanken im Hinterkopf: "nun ... zumindest kann ich das dann halt."

Als ich gehe, bedankt sie sich noch ein weiteres mal dafür, dass ich alles wieder eingestellt habe. Doch es sind nun mal die einfachen Dinge im Leben, die so viel für uns drehen können und Bedeutung haben. Ich gehe. Und als ich das Treppenhaus absteige, ist mein Kopf mehr als verwirrt. Es gefällt mir nicht, was ich an Gedanken in meinem Kopf finde. Aber so war sie auch in dem ersten Teil unserer Geschichte.

Und mehr noch: sie hat offen gesprochen und sich preis gegeben. Warum tut sie das? Kurze Zeit später bekomme ich eine SMS von ihr. Sie bedankt sich nochmals und fand es gut, das wir geredet haben.

Noch mehr positives ... Grund genug für mich darauf ausgiebig zu antworten. Offene Worte habe ich bekommen, und so gebe ich diese auch zurück. Und ich falle schnell über den einen weiteren Teil der Nachricht der darauf hinausläuft, dass wir nicht mehr miteinander umgehen konnten. Nein, so ging es nicht mit uns. Aber das ist kein Punkt auf den ich mich selber ausruhen würde. Ich will Lösungen und alles probieren anstatt nur eine Feststellung zu haben, die ich mir nicht bei gutem Gewissen selber servieren könnte. Das Zitat von Manfred macht meinen Anfang in der Antwort: "Wo kein Weg mehr ist, ist der Beginn des Weges!". Gut, das Zitat von Manfred ist zwar nur ein Beispiel aber ich hätte genau so gut auch Depeche Mode zitieren können:

When you think you've tried every
every avenue
take one more look
at what you found old
and in it you'll find something new!

Ich beschließe, das ganze noch mal durch meinen kleinen Kopf zu jagen, wenn ich Ruhe dazu habe. Vermutlich ist das die beste Lösung.

Zurück in Flensburg

Zwar lassen mich die Gedanken nicht wirklich los, aber ich bin noch verabredet und will in die Stadt. Ein mal durch die Meile fressen und wie immer nichts leckeres aus lassen. Aber da die Veranstaltung wesentlich kleiner ist, als sie es früher war, landen wir in der Beach-Bar wo wir uns eine Weinschorle gönnen. Die Sonne geht gerade hinter den Häusern unter und ich lasse den Wein in meinen Kopf laufen. Da ist eh gerade nichts brauchbares mehr drin, also passt das. Es wird dabei merklich kühl, sobald man nicht die Sonne mehr sieht. Angenehm ist es dennoch. Ich bin in guter Gesellschaft und genieße. Ein anderer Teil meines Kopfes ist aber abwesend. Und um das zu drehen, reicht der Wein nicht.

Diese Stadt ist es echt mal ein wenig zu kleinlich. Um 23:00 hören die Bands auf zu spielen und die Buden schließen eine Stunde darauf. So lange bleiben wir aber nicht. Wir haben gesehen, gegessen, getrunken und nun geht's heim. Nachdem ich das silberne Pferd erreiche, drücke den Knopf damit das Dach verschwindet. Dabei schaue ich kurz in den Himmel als Phil Collins mir sein Meisterwerk "in the air tonight" durch die Lautsprecher zaubert. 265 Pferde drücken mich hart in die Sitze und ich weiß genau, warum ich niemals ein Motorrad haben werde: Ich will dieses Leben leben und genießen. Und auch wenn ich "vermutlich etwas" zu schnell unterwegs bin ... ich fühle mich sicherer als auf einem Motorrad, mit dem ich mir die Ohren komplett abfahren würde. In diesem Moment aber egal: Die Sterne, die Luft, der Tag und was passiert ist- ... ich mache mich selber aus und versuche Schlaf zu finden.